Allgemein

Semmelknödel / Brezenknödel

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Wenn ich Semmeln (Brötchen) oder Brezen übrig habe, lasse ich sie trocknen und „steinhart“ werden und mache bei Gelegenheit Semmelknödel daraus. Zum Braten oder auch Grundlage für eigenständige Gerichte.  „Knödelbrot“ oder Semmeln vom Vortag habe ich noch nie gekauft …


Ich mache gerne ein paar Semmelknödel mehr und dann am nächsten oder übernächsten Tag ein Semmelknödel-Carpaccio oder bräune sie in Viertel/ Achtel (je nach Knödelgröße) geschnitten in etwas Butter mit Ei und Speck ab oder serviere sie als „Saure Knödel“ eingelegt.

Wenn du genügend Brezen oder Laugensemmeln hast, kannst du auch einfach Breznködel (nein, da gehört kein Apostroph dazwischen!) machen. 

Wir machen ca. 4 – 6 Knödel für 2 – 3 Personen als Beilage z.B. für einen Schweinsbraten


Du brauchst:

  • Einen kleinen Topf/ Stieltopf zum Zwiebel andünsten und Milch erwärmen
  • Ein Gemüsemesser und eine Schneidunterlage
  • Eine Schüssel (Rührschüssel) und einen Teller zum Zudecken
  • Einen großen Topf mit Wasser
  • Einen Bratenwender
  • Einen Schaumlöffel

Zutaten für 2 Personen:

  • Eine mittelgroße Zwiebel
  • 4 – 6 „alte“ Semmeln, mindestens vom Vortag oder auch schon länger getrocknet (wenn du nur Brezen verwendest, brauchst du ein paar mehr!)
  • 200 – 250 ml Milch
  • 1 – 2 Eier
  • Zwei bis drei Esslöffel frische Petersilie, nur die Blätter ohne Stengel (!), kleingehackt oder sehr fein geschnitten.


So geht’s
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Die „alten“, getrockneten Semmeln, Brezen, … schneidest bzw. zerkleinerst du in kleine Scheiben und Stückchen, so dass sie sich gut mit Milch vollsaugen können. Du benötigst etwa eine halbe Rührschüssel voll. Ich gehe davon aus, dass ich letztlich pro Person zwei Knödel brauche, wobei ich in diesem Fall die Knödel etwas kleiner mache.

Die gehäckselte / sehr fein geschnittene Petersilie gibst du ebenfalls zu den Semmeln. (Auf meinen Fotos habe ich die Petersilie weggelassen)

Die Zwiebel häcksle ich richtig klein. Am besten nimmst du dazu eine „Moulinette“ oder ähnliche Häcksler.  Dann dünste ich die Zwiebeln in dem kleinen Stieltöpfchen mit einem Esslöffel Butter bei mittlerer Hitze glasig an. Mit ca. 200 ml der Milch ablöschen. Heb dir etwas von der Milch auf, falls der Semmelteig später nicht richtig durchnässt.

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Die Milch-Zwiebel-Mischung einmal aufkochen lassen und dann direkt in die Rührschüssel über die Semmelreste geben. Sofort mit dem Teller zudecken.
Nun lassen wir die Semmeln in der Milch und dem aufsteigenden Dampf in der Schüssel durchziehen. 30 – 60 Minuten. Lass dir Zeit und mach dabei was anderes … Staubsaugen, Fenster putzen, Maniküre … was auch immer und …

… fülle dann den großen Topf mit Wasser und bringe ihn zum Kochen, während du den Knödelteig wie folgt fertigstellst.  Der Wassertopf muss so groß sein, dass die Knödel alle nebeneinander schwimmen können. Ist der Topf zu klein, wird das Ganze nichts.

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Wenn deine Semmelreste in der Rührschüssel gut durchgezogen (die Semmelreste sind dann weich!), und weitgehend abgekühlt sind, gibst du ein bis zwei Eier (je nach Größe der Eier und Feuchtigkeit deines Semmelteigs) dazu und knetest das Ganze mit der Hand zu einem glatten, feinen Teig. Falls zu trocken, kannst du auch noch etwas lauwarme Milch nachgeben.

Wenn das Wasser kocht, machst du dir zuerst die Hände nass! Nasser Teig => Nasse Hände! So kannst du die Knödel schön gleichmäßig und glatt formen ohne dass dir der Teig an den Fingern kleben bleibt! Nimm nun etwa 3 – 4 gehäufte Esslöffel Semmelteig aus der Rührschüssel und „knödle“ sie mit beiden Händen zu einem runden Semmelknödel. Der Knödel soll fest und glatt sein und so groß bzw. klein, dass du sie mit beiden DSC02670
Händen umschließen kannst. Diesen Knödel gibst du nun – ohne dich zu verbrühen – in das kochende Wasser. Nimm ggf. den Schaumlöffel zu Hilfe! Das machst du nun bis dein Teig aufgebraucht ist …

Die Knödel lässt du nun im leicht kochenden Wasser gute 10 – 12 Minuten ziehen, bis sie mit dem Bauch nach oben schwimmen 😉

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Dann schöpfst du die Knödel mit dem Schaumlöffel aus dem Wasser, lässt sie auf dem Löffel gut abtropfen und servierst sie direkt auf dem Teller oder in einer vorgewärmten Schüssel.

 

Wenn du sie nicht gleich brauchst, lass sie abkühlen und bewahre sie im Kühlschrank auf. Du kannst sie auch wunderbar einfrieren und dann bei Bedarf auftauen und zu einem Semmelknödel-Carpaccio oder anderem – siehe oben – weiter verarbeiten.

Die frischen Semmelknödel sollten innen fluffig und trotzdem fest sein, dann hast du alles richtig gemacht!

Viel Spaß und Guten Appetit!

Signatur_Bild
Euer/ dein

„man at home“

Robert

12 replies »

  1. Ich LIEBE Breznknödel! Hier oben bekommt man nur keine Brezn*grummel.

    Noch ein Tipp für die Breznknödel. Wenn die Brezn steinhart sind, lassen sie sich, anders als Semmeln, nicht so leicht kleinmachen. Ich mach die Vorarbeit dann immer mit der Brotmaschine – einfach damit in ‚Streifen‘ schneiden und dann mit dem Messer in die passenden Stückchen hacken. So fliegen sie nicht durch die ganze Küche. 😉

    Ach ja, vor dem ersten Kaffee funktioniert meine gute Erziehung noch nicht so 🙄
    Guten Morgen der Herr.

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    • … vielleicht sollte ich (nur für dich !) mal ein Brezn-Rezept online stellen. Klar, SOLCHE Brezn wie bei uns in Bayern gibt es sicherlich nirgends, drum heissen sie ja auch üebrall anders „Brezel“ oder so 😉 … Aber Brezen selbst machen ist halt schon ein riesiger Aufwand. Und wenn man dann „den Schwung“ zum Brezenformen nicht drauf hat wird’s eh nichts. Aber wenn sich VIELE finden, die unbedingt ein Brezen-Selbstmach-Rezept wollen, greife ich in die Schublade und mach das …

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      • Also wenn ich hier mal ‚frische‘ Brezn finde, dann sind es aufgebackene Teiglinge ohne Geschmack und dafür soll ich dann 1€ pro Stück zahlen!
        Teiglinge kann ich auch selber backen, dann sind sie wenigstens so braun und rösch wie ich sie mag und nicht labberig. Ab und an mach ich mir da auch eine Butterschmalz/Pfeffer/Knoblauch-Paste und pinsel sie damit ein vor dem backen. Auch sehr lecker.
        An’s komplett selber machen hab ich auch schon gedacht. Aber mit Haushaltsnatron kann man sie nicht vernünftig laugen und richtige Lauge (also mit Handschuhen und Schutzbrille arbeiten) ist mir dann doch zu aufwendig.Vom nötigen Schwung beim drehen ganz zu schweigen. 😉
        Meistens geniese ich sie daher nur ‚auf Heimaturlaub‘.

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  2. @lifedevotion68: Schon vor dem ersten Kaffee auf ein Rezept von mir antworten. Danke! Da ist alles entschuldigt 😉 Danke für den Tipp. An eine Brotmaschine hab ich gar nicht gedacht … die hab ich schon vor Jahren abgeschafft. Die Stücke dürfen ruhig auch etwas größer sein. Man erlebt ja oft die Semmel- oder Breznknödl in feinster Struktur, fast etwas „batzig“ innen. DAs sind dann die mit unendlich vielen Semmelbröseln drunter. Die Stücke müssen weich sein, dann gehen auch etwas größere Stücke – und die Knödel werden damit fluffig … Wenn die Nachfrage groß ist, poste ich auch gerne mal ein Knödelsouflee … Aber da muss Mann und Frau halt schon ein bisserl wissen, wo man in der Küche anpacken muss …

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    • Meine Brotmaschine möchte ich nicht missen. Ich hole mir gerne gute Salami am Stück und hänge sie dann auf bis sie schön hart ist. Die dann mit dem Messer hauchdünn aufschneiden wird etwas schwierig.
      Beim Brezn schneiden stelle ich sie auf 1cm, da sind schöne Stücke in den Knödln zu sehen.

      Mmmmh Knödlsouffle hört sich auch verführerisch an!
      Sollst du mich schon so früh am Tag in Versuchung führen?! 😉

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  3. Lach….
    Morgens bin ich noch mehr gefühls- als kopfgesteuert und als absoluter Genussmensch dann eben sehr anfällig für sowas, oder auch andere Genüsse. 😉
    Einer meiner Schokoladenkuchen wird nur Gaumensexkuchen genannt, das sagt wohl alles.
    Mein Kopfkino springt eben auch auf gutes Essen an *schmunzel.

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