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Maghrebinische Fleischpflanzerl mit Karotten-Paprika-Apfel-Gemüse


Meine „Maghrebinischen Fleischpflanzerl“ (Frikadellen, Buletten) gehen schnell und einfach und sind eine würzige Alternative zu unseren „deutschen“ Fleischpflanzerln, die oftmals nur mit Petersilie gewürzt etwas langweilig daherkommen.

 

Für die Pflanzerl brauche ich Rinder- oder Lamm-Hackfleisch, das ich nur beim Metzger vor Ort bzw. bei unserem türkischen Metzger (Lamm aus regionaler Aufzucht) kaufe, weil ich dort sehe, aus welchem Fleisch er das Hackfleisch macht und weil er das Fleisch direkt vor meinen  Augen durch den Fleischwolf lässt. Schweinehack oder Hackfleisch aus der Packung geht gar nicht!

Die Gewürzmischung „Harissa“ bekommst du im gut sortierten Supermarkt. Harissa ist eine scharfe Würzpaste aus Nordafrika, die aber auch in der arabischen/ nahöstlichen Küche gerne verwendet wird. Pfefferminze kannst du frisch aus deinem Kräutergarten nehmen, in einem Töpfchen im Supermarkt oder im Gartenmarkt bekommen oder du nimmst getrocknete Minze. Harissa und getrocknete Minze bekommst du sicherlich beim türkischen Gemüse-/Lebensmittelhändler ums Eck.

Ich mag ganz besonders die Kombination von Schärfe und erfrischenderm Obst oder Minze. In dem Gericht kommt beides vor.


Du brauchst

– 2 mittelgroße Pfannen
– eine Schüssel für den Hackfleischteig
– Einen Hobel zum Karotten hobeln
– zwei Schüsseln o.ä. zum Anrichten (für die Pflanzerl eine und eine für das Gemüse)
– Bratenwender
– 1 Esslöffel
– Obst- und Gemüseschäler, Obst- und Gemüsemesser
– Olivenöl
– etwas Butter


Für 2 Personen brauchst du folgende Zutaten:

– 350 g Rinder- oder Lammhackfleisch
– 1 Ei
– 2 Esslöffel Semmelbrösel
– ½ Paprikaschote (oder eine nicht zu große Paprika)
– 2 kleine rote Zwiebeln
– 3 –  4 mittelgroße Karotten
– einen kleinen Apfel
– Willst du das Gemüse würziger, kannst du noch etwas Ingwer (oder Ingweröl), Ananaswürfel oder Pflaumen vorbereiten und dann mit in die Pfanne geben.
– ein Glas Weißwein
– ein halbes Glas Rotwein
– ½ Esslöffel Harissa-Gewürzpaste
– Salz und Pfeffer aus der Mühle
– einen gestrichenen Esslöffel getrocknete Minze (oder zwei bis drei Esslöffel frische Minze sehr fein- und kleingehackt)

Zuerst alles herrichten, damit du während dem Kochen nicht suchen musst und alles parat hast!

Den Ofen auf Warmhaltefunktion (70°C) stellen und die Schüsseln zum Servieren und die Essteller warmstellen.


Zuerst machst du den Hackfleischteig:

Das möglichst frische Hackfleisch gibst du in eine Schüssel. Dann gibst du das ganze Ei (ohne Schale 😉 ) , die Harissa-Paste (aufpassen, scharf! Menge ganz nach Lust auf Schärfe … du kannst beim Abschmecken immer noch was dazugeben! Mir reicht ½ Esslöffel bei 350 g Fleisch aus), die Minze und die Semmelbrösel dazu und würzt noch mit etwas Salz und Pfeffer aus der Mühle. Hände waschen! Dann mischt du die Zutaten in der Schüssel mit der Hand zu einem feinen, glatten Teig. Wenn der Teig zu nass ist, gibst du noch etwas Semmelbrösel dazu. Evtl. nochmal abschmecken und nachwürzen. Dann den Teig im Kühlschrank beiseite stellen.

Nun machst du das Gemüse:

Karotten und Zwiebeln schälen. Die Karotten zu dünnen Scheiben hobeln (oder Schneiden). Die Zwiebeln viertelst du. Nicht vergessen, den „Strunk“ der Zwiebeln zu entfernen.  Paprika teilen, entkernen, Strunk wegschneiden, waschen und in ca. 3 cm große Stücke schneiden.

Ganz zum Schluss schälst du noch den Apfel, entkernst ihn und schneidest ihn in Würfel von ca. 1,5 cm.

– 1 – 2 Esslöffel Öl in eine Pfanne geben. Ich nehme Olivenöl oder Ingweröl aus der Ölmühle hier in der Region. Gut erhitzen und zuerst die Paprika kräftig anbraten ohne dass sie schwarz werden und verbrennen 😉 dann die gehobelten Karotten dazu geben und ebenfalls anbraten, bis sie etwas Farbe bekommen. Nun die Zwiebeln dazugeben. Salz und Pfeffer aus der Mühle. Das Ganze ab und zu mit dem Bratenwender durchrühren, bis Paprika und Karotten etwas angebraten sind und trotzdem noch Biss haben. Ich gebe nun gerne auch noch ein paar Stücke von einem säuerlichen Obst dazu, z.B. Ananas oder Pflaumen. Aber nur, wenn ich die zufällig beim Gemüsehändler sehe und je nach Lust und Laune. Nun gibst du die Apfelwürfel dazu, schwenkst das Ganze gut durch und löscht mit etwas Weißwein ab. Nicht zu viel Weißwein nehmen, sonst hast du eine Weißwein-Gemüse-Suppe und dein Gemüse wird bitter. Nun lässt du den Weißwein einkochen. Das Gemüse/Obst wird dabei weich. Wenn der Weißwein verkocht ist und dir Karotten und Paprika noch zu viel Biss haben, gibst du noch etwas Weißwein dazu und kochst wieder ein, bis es passt. Aufpassen, manchmal geht es ganz schnell  – und das Gemüse ist verkocht. Zum Schluss nochmal mit Pfeffer nachwürzen. Insgesamt soll das Gemüse/ Obst  einen erfrischenden Kontrast zu den Pflanzerln darstellen.



Während dein Gemüse in der Pfanne schmort, machst du die Fleischpflanzerl:

Etwas Öl in die zweite Pfanne geben und gut heiß machen.

Mach dir die Hände nass und stich mit dem Löffel aus der Schüssel jeweils esslöffelgroße Nocken ab. Mit den nassen Händen kannst du das Hackfleisch nun zu einer Kugel formen und dann zu 2 cm dicken Pflanzerl (Frikadellen, Buletten) zusammendrücken und formen, ohne dass dir der Teig an den Händen hängenbleibt. Zwischendurch ggf. die Hände wieder unter den Wasserhahn halten …

Die jeweils fertigen Pflanzerl legst du sofort in die Pfanne. Wichtig ist, dass dein Öl heiß ist. Ist es nicht heiß genug, flockt das Eiweis des Fleisches aus und wenn du Pech hast fallen dir die Pflanzerl auseinander. Paß auf, dass dir beim Einlegen der Pflanzerl in die Pfanne (du hast ja nasse Hände!) kein Wasser in die Pfanne tropft bzw. du dich am spritzenden Öl nicht vebrennst! Ggf. einfach den Bratenwender nehmen und die Pflanzerl damit ins Öl legen 😉

Zwischendurch nach deinem Gemüse schauen, ob es schon fertig ist!

Die Pflanzerl brätst du nun auf einer Seite schön braun an, dann gibst du etwas Butter in die Pfanne und wendest die Pflanzerl und brätst sie auf der zweiten Seite. Dabei die Hitze etwas zurücknehmen und dir beim Braten etwas Zeit lassen. Die Pflanzerl sollen nicht nur schön gebräunt sein, sondern auch durch! Das dauert pro Seite ca. 5 -7 Minuten.

Ist dein Gemüse zwischendurch in der Pfanne fertig geworden, füllst du es auf den Servierteller um und stellst es im Ofen warm.

Wenn die Pflanzerl fertig sind, legst du sie auf den vorgewärmten Servierteller.

Wer die Fleischpflänzchen lieber krustig und knackig außen will, der lässt das Wetiere mit dem Rotwein bleiben.

Mit dem Rotwein löscht du nun den Bratensatz in der heißen Pfanne ab. Dazu beim Ablöschen die Pfanne von der heißen Platte ziehen kurz warten und dann den Wein vom Rand der Pfanna aus vorsichtig aufgießen; aufpassen, dass es nicht spritzt, denn spritzendes Öl tut weg! Auf der heißen platte kochst du nun den Wein unter Rühren mit dem Bratenwender oder einem Schneebesen ein, bis es eine etwas cremige Soße wird und der Alkohol verdampft ist. Dann ggf. noch etwas Butter unterrühren. Du kannst nun die Soße über die Fleischpflanzerl geben oder dies nochmal kurz drin wenden. Die „Rotweinglasur“  gibt den Pflänzchen einen ganz eigenen Geschmack.

Ich serviere dazu dann ggf. noch ein Kartoffelpüree (das ist die bayerische Variante) oder ein Baguette oder Fladenbrot … wenn sich’s zeitlich ausgeht natürlich selbstgemacht 😉

 

Viel Spaß und Guten Appetit!

Dein/ euer


„man at home“

Robert

 

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