man's diary - Angemerkt. Glosse, Kolumne

Glosse: Angemerkt! Wochenendeinkauf.

Als Hausmann hat man ja naturgemäß wenig Zeit … aber es will festgehalten werden …

Freitag. Und rein ins Wochenende. Das heißt für den engagierten Hausmann dann auch planen. Zum Einen der maximale Freizeitgenuß mit Frau. Andererseits familiäre Verpflichtungen und es ist zumindest am Samstagabend trotzdem in der Küche eine Meisterleistung liefern. Klar, da muss man es krachen lassen. Samstag ist ja DER gemeinsame Abend, auf den man sich den ganzen Tag vorbereiten kann.

Fang ich also heute am Freitag schon an, damit morgen kein Stress aufkommt. Und damit geht der Stress schon los. Also gut kochen heißt, auch mal Neues zu probieren. Wir wollen neue Geschmacksdimensionen erfahren und stürzen uns gedanklich in die Welt des Tofu. Haben wir lange nicht gehabt. Tofu-Schweinsbraten ist nicht meins. Entweder ganz oder gar nicht (also die Sau meine ich!). Was damit machen.
So gedankenversunken mit einem riesigen Einkaufszettel losgestartet und darauf gespannt, was mir vor Ort im Markt zu Tofu dazu einfällt, fahre ich als Erstes mal durchs Radar. Also eher ins. Nicht ins Radargerät. Zu schnell. Klar. Typisch. Hat man davon. Regional einkaufen und dann nicht mit dem Rad fahren. Eilt ja, zu kalt, faul und schließlich sportle ich ja die mühevoll angekochten Kilo nicht leichtfertig wieder weg. Also soll der Staat an meiner Eile teilhaben und ich werde das Bußgeld mit Freude bezahlen! Er wird es sinnvoll für eine bessere Umwelt und für Verbraucherschutz einsetzen. Läuterung per Radar. Bis zum Biomarkt. Unglaublich: Da steht jetzt wirklich jemand, der mir dann an später an der Kasse wegen der gerade superschicken, („chic“ korrigiert die Rechtschreibprüfung. Ja wo samma denn! Superchicken … ) Barfußschuhe auffallen wird, mit seinem Familien-Van so deppert im Weg, dass keiner vorbeikommt. Und dann nicht mal ein Parkplatz. Wo stell ich jetzt vor lauter SUVs und Autos mit gelber Plakette – ach ja, die dürfen ja nicht mehr in die Innenstadt, weshalb sie alle hier am Stadtrand einkaufen! – MEIN Auto ab? Frust. Wir bleiben entspannt. Bis kurz nach dem Eingang in der Gemüseabteilung. Ich würde ja gerne die Bio-Tomaten … Aber das geht nicht, weil so eine Trulla lautstark telefonierend nicht nur den Durchgang versperrt, sondern auch noch in aller Seelenruhe ihre Tomaten mit EINER Hand versucht in die Plastiktüte zu bekommen, um das Bio-FERTIGGERICHTE-Sortiment im Einkaufswagen abzurunden. Wenn ich sie jetzt beschimpfe nutzt das auch nichts. Sie hört ja nichts, weil sie an einem Ohr das Apfel-Telefon hat (Jetzt kapier ichs: Darum telefoniert die bei Obst- und Gemüse!) und das andere Ohr vom eigenen Gebrüll blockiert ist … Außerdem bin ich der einzige Hausmann im Laden und damit deutlich in der Minderzahl. Sag ich halt nichts und schaue vielleicht später wieder bei den Tomaten vorbei, wenn sich die Lage entspannt hat. Am Wein vorbei. Ich trink ja nicht mal mehr was. Kühlabteilung. Tofu. An einem steht BIO. Ja, ich dachte ich bin im BIO-Markt. Kann man ja wohl erwarten. Aber warum steht auf den anderen Tofus, nein plural „Tofi“ oder doch „Tofen“, nichts von BIO? Nicht durchdrehen. Ich probiers vielleicht doch eher im „normalen“ Supermarkt. Da stellen sich solche Fragen erst gar nicht. Oder ich fahr wieder heim. Lohnt eh nicht mehr. Gibt es halt heute irgendwas Kreatives aus dem Kühlschrank zusammengebastelt. Der restliche Einkauf kann warten, weil Kasse packe ich jetzt eh nicht. Da steht die mit dem Telefon und den Fertiggerichten. Die hat sich scheinbar multipliziert. Eine nach der Anderen. Telefon in einer Hand und diese am Ohr, mit der anderen im Schneckentempo aus dem Einkaufswagen das Bio-Fertigzeugs auf das Band. Das dauert. Und dann mit der Goldenen von der Bank und der PAYBACK-Karte – ja was jetzt? Kohle haben oder nicht? – und mit einer Hand nicht richtig unterschreiben können. Man könnte sich auch aufregen müssen. Nein. OM, OM, OHOM.  Entspannungsübungen, Durchatmen. Nutzt nichts. Geh ich also. Oder besser ich fahre wieder. Damit die anderen Daimler und SUVs Platz haben.

Auf dem Rückweg sehe ich diesmal die Radarfalle GENAU AUF DER ANDEREN STRASSENSEITE. Die machen das absichtlich. Die haben die Straßenseite gewechselt, damit ich auf dem Heimweg von der anderen Seite kommend nochmal … Die gehen wohl auch öfter mal einkaufen. Am Freitagnachmittag. Aber ich falle nicht drauf rein. Jetzt blockiert ja auch kein Tofu-Gericht mehr meine Aufmerksamkeit. Aufregen darf ich mich auch nicht. Sagen die Ärzte und meine Frau. Geh ich morgen halt irgendwo essen. Und am Sonntag denk ich darüber nach, was ich mit dem Tofu mache, den ich noch nicht habe. Tofu. Gibt’s nächste Woche.

4 replies »

    • Nachdem es mit dem Tofu für heute nicht geklappt hat, musste ich heute Mittag auf ein Fischrestaurant zurückgreifen und dann die Tour nochmal machen. Den Tofu gibt es morgen. Außer es geht was schief 😉 Rezept noch nicht ganz klar. Ergebnis gibt es aber vielleicht hier im Blog – wenn es was wird …

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