man's diary - Angemerkt. Glosse, Kolumne

Gastbeitrag von „wife at work“ ;-)

„Tatsächlich finde ich, es ist an der Zeit, hier auch mal einen kleinen Input aus der Perspektive der „wife-at-work“ zu posten.

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Da bin ich nun ja seit einiger Zeit immer schon tagsüber im Büro auf dem Laufenden darüber, was gerade bei mir zu Hause passiert. Neulich konnte ich schon nachmittags online erfahren, dass ich am Abend einen frischen Kirschkuchen zum Dessert bekomme… Das hat was! Oder gestern! Da sehe ich doch tatsächlich „fast live“, dass am Abend wunderbarerweise alle unsere Fenster geputzt sein werden. Das ist sehr schön! Und das Besondere dabei ist, dass sowas bei uns nichts Besonderes ist…

Ich gehöre zu den wahrscheinlich immer noch minderzähligen, glücklichen Frauen mit einem Mann, der es als selbstverständlich erachtet, dass Haushalt und Küche NICHT automatisch Frauensache sind. Die Tatsache, dass er seinen eigentlichen Job selbstständig von zu Hause aus macht – und zeitlich frei einteilen kann, während ich als Vollzeitpendler ca. 11 – 12 Stunden täglich außer Haus bin, macht es für ihn ganz offensichtlich, dass hier angepackt werden muss, wenn man nicht im Chaos versinken will. Auch will man sich ja nicht mit Haushaltsstress das Wochenende versauen. Ich bin froh darüber, dass wir dann nur noch ganz wenig zu erledigen haben und das Wochenende mit schönen Dingen verbringen können.

Ich schäme mich übrigens nicht, zuzugeben, dass er eindeutig besser kochen kann als ich – nein, ich freu mich, wenn wir „zusammen kochen“. Ich kann gut damit leben, dass er dabei der Chefkoch ist, und ich eben z.B. Zwiebeln schnippel, Tisch decke, Wein einschenke (für mich – der trinkt ja nix! 😉 etc. Und manchmal – so bei manchen richtigen „Hausfrauengerichten“ oder beim Kuchenbacken – übernehm ich auch mal das Ruder.

Aber mal ernsthaft: Ich habe übrigens auch etwas dabei gelernt: Ich habe gelernt, mich darüber zu freuen, dass das so läuft, wie es läuft, bei uns. Wenn ich etwas von dem, was er tagsüber erledigt hat, anders gemacht hätte als er, dann hätte ich es eben auch machen müssen. Jetzt könnte ich die durch sein Zutun gewonnene Zeit damit zunichte machen, ihm zu sagen, wie es „richtig“ gehört hätte, oder ich kann mich eben freuen, dass es gemacht ist – und die gewonnene Zeit mit ihm genießen… Klar, welche Option ich in der Regel wähle, oder!?

Gruß und Kuss an meinen man at home und an euch alle“,

„wife at work“

2 replies »

  1. Sehr schöner und wertschätzender „Gastbeitrag“. Manchmal muss man sich erst daran gewöhnen, dass der Partner wie selbstverständlich Aufgaben zur Entlastung übernimmt, die man über Jahre immer selbst erledigen musste, die man als Pflichten verinnerlicht hat. Als mein – zweiter – Mann zum ersten Mal Sonntags Frühstück machen wollte, war ich empört und schuldbewusst zugleich, weil ich es als Hinweis empfand, zu lange geschlafen zu haben. Schon lange kann ich jedoch seine Fürsorge und Freude daran, mich zu unterstützen, dankbar annehmen.

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  2. Wir leben auch in so einer Konstellation und ich muss gestehen, es dauerte eine Weile bis ich mich daran gewöhnt hatte das mein GöGa seinen Part zu Hause erledigen kann während ich das Haus verlasse. Heute kann ich das geniessen und auch mein GöGa kocht viel besser als ich bzw. er ist generell der bessere im Haushalt von uns beiden. Trotzdem ernte ich manchmal irritierte Blicke wenn ich sage das bei uns die Rollen ein wenig anders sind als bei den meisten anderen. lieben Gruß in einen schönen Tag

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