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Grundrezept: Mürbteig (für Kuchen)

Mürbteig ist DER Kuchenteig für Obstkuchen schlechthin! Für JederMANN oder jede Frau ohne große Küchenkenntnisse machbar und vielfältig einsetzbar. Für Plätzchen/ Weihnachtsgebäck ist dieses Rezept nicht geeignet. Dafür gelten die individuellen Gesetze der backenden Hausfrau 😉

Immer wenn an der Kasse oder bei meinen seltenen Bäckereibesuchen jemand vor mir einen Mürbteig-Kuchenboden kauft, stellen sich mir die Haare (die ich gar nicht habe, siehe Fotos!) auf. Soviel Zeit, dass ich einen mürben Kuchenboden zum späteren Belegen oder direkt als Grundlage für einen Apfel-, Birnen-, Kirsch- oder was weiß ich-Kuchen (@lifeofdevotion68: Rezept für den Was-weiß-ich-Kuchen folgt ,-) ) habe ich immer. Denn ich kann den Teig gut vorbereiten, länger im Kühlschrank lagern und dann im nächsten Zeitfenster im Laufe des Tages oder des nächsten Tages belegen und in den Ofen schieben.

Ein Schlankmach-Rezept ist der Mürbteig sicher nicht. Dafür aber altbewährt – schon meine Urgroßmutter hat ihn vor 100 Jahren so gemacht!

Das braucht ihr:

  • eine Teigkarte
  • saubere Finger
  • Frischhaltefolie
  • irgendeine Kante zum Ei aufschlagen
  • eine saubere Arbeitsfläche

Zutaten:

Für eine kleine Kuchenform/ Springform mit niedrigem Rand wie z.B. einer 23-cm-Tarte-Form braucht ihr ca. 200 bis 250 g Mehl, je nachdem wir dich der Boden werden soll. Für eine mittlere oder große Springform benötigt ihr je nach Randhöhe und Bodenstärke 300 – 400 g Mehl. Es kommt einfach immer auf das Rezept für den Kuchen an!

Grundsätzlich gilt aber das „Teilungsprinzip“: Die Hälfte der Mehlmenge braucht ihr an Butter oder Margarine, die Hälfte der Butter-/Margarinemenge an Zucker.

Ich nehme also für eine mittelgroße Springform:

  • 300 g Mehl
  • 150 g Butter
  • 75 g Zucker
  • 1 Teelöffel Vanillezucker (ich nehme nicht den aus dem Papiertütchen vom Dr.xy, sondern einen groben Vanillezucker mit echter Bourbonvanille aus dem Feinkostbereich)
  • 1 – 2 Eier je nach Größe
  • 1 – 2 Esslöffel Sauerrahm, Weißwein oder Milch, manchmal auch einen Schuss Rum, je nachdem wie viele Eier ich genommen habe und wie groß diese waren. Sauerrahm macht den Teig auch etwas geschmeidiger und elastischer.
  • Eine Messerspitze Salz

Tipp:

  1. Die Butter oder Margarine in kleinere Stückchen schneiden und sehr kalt stellen. Kühlschrank, ich gebe sie manchmal sogar für 10 Minuten ins Gefrierfach. Mit warmer Butter oder Margarine wird der Teig nichts!
  2. Zügig arbeiten. Butter oder Margarine sollen dir nicht unter den Händen wegfließen.

So geht’s:

Unter das Mehl mischt du das Backpulver und gibst das Mehl dann auf die SAUBERE Arbeitsfläche. In die Mitte machst du eine nicht zu kleine Mulde. In diese Mulde füllst du den Zucker. Dann gibst du dasEi / die Eier, natürlich ohne Schale(!), und ggf. Sauerrahm, Milch oder Weißwein oder die Geschmackszutat Rum dazu.

Butter oder Margarine aus dem Kühlschrank holen. Die Butter-/Margarinestückchen legst du dir auf die Arbeitsfläche an den Mehlrand. Nun nimmst du ein erstes Stückchen von dem Butter und zerteilst es mit der Teigkarte („gehackter Teig“), vermischt es mit etwas Mehl, das machst du nach und nach so mit der gesamten Butter/ Margarine. Du arbeitest praktisch das Mehl ein bisschen in die Butter/ Margarine ein. Nun mischt du das Ganze zur Mitte hin mit dem restlichen Mehl und den Zutaten in der Mehlmulde. Wenn du das gleichmäßig und zügig von allen Seiten mit der Teigkarte machst und die andere Hand dagegen hältst, dann entsteht so nach und nach ein Teig auf deiner Arbeitsplatte, ohne dass du die Bestandteile des Teigs über die ganze Küche verteilst. Ist eine grobe Vermengung geschehen, so dass keine flüssigen Bestandteile von Ei, Milch, Wein o.ä. mehr auf der Arbeitsfläche herumschwimmen, nimmst du beide Hände und arbeitest den Teig glatt. Mach eine Teigkugel daraus. Diese wickelst du nun in Frischhaltefolie und legst sie bis zur weiteren Verwendung, mindestens aber eine halbe Stunde, in den Kühlschrank.

Wenn du den Teig weiterverarbeitest, gelten folgende Grundsätze:

  1. Formen, Bleche oder ähnliches, in die der Teig kommt werden NICHT gefettet. Mit einer Ausnahme: Tortenboden- Törtchen- oder Tartformen, aus denen du den Teig später stürzen oder loslösen musst, fettest du am Formenrand ein und mehlierst dieen ggf. Zur Vereinfachung gibst du bei einer Springform auf den Boden Backpapier. Mein Tipp dazu hier!
  2. Formen, Bleche usw. immer kalt verwenden, also NICHT vorher in den Herd stellen, gerne aber in den Kühlschrank!
  3. Beim Ausrollen / Kneten so wenig Mehl wie möglich verwenden! Besser ist es, du drückst die Teigkugel in der Form flach und arbeitest dann den Teig von der Mitte zum Rand hin mit den Händen.
  4. Zügig arbeiten, damit der Teig nicht zu warm und weich wird, sonst hast du nur noch einen Butter- oder Margarine-Batz zwischen den Fingern.

Dann den Teig sofort in das vorgeheizte Backrohr (200°C Umluft) geben. Ggf. vorher – je nach Rezept – mit Obst belegen. Der Teig ist fertig, wenn  er goldgelb ist. Zu lange backen macht den Teig bitter, so kurz wird er pappig und schmeckt nach nichts außer Butter/Margarine.

Backtemperatur in der Regel 200°C Umluft.

Backdauer:
– nur als Kuchenboden, der später belegt wird: ca. 20 Minuten.
– als belegter Kuchen zwischen 30 und 45 Minuten, je nach Rezept, Belag und Dicke des Teigs.

Vor dem Herausnehmen aus der Form etwas abkühlen lassen!

Ich werde sicher hier auf dem Blog noch etliche Rezepte mit Mürbteig posten. Ein Video zum Mürbteigmachen folgt beim nächsten Obstkuchen …
Euer/ dein

Signatur_Bild„man at home“

Robert

 

 

 

 

9 replies »

  1. Guten Morgen.
    Die ‚heilige Kuh‘ Mürbteigboden…*grins.
    Was habe ich es gehasst, den zu machen. 🙄
    Bis mir vor Jahren mal zwei (echte Handwerks-) Bäcker unabhängig von einander erzählt haben, das es auch einfacher geht.
    Mürbteig wird am besten, wenn er einen Tag im Kühlschrank verbringt, dann löst sich der Zucker optimal. Durch die lange Kühlung kann man ihn ohne Probleme und großes rumgetue einfach mit zimmerwarmen Zutaten und Rührgerät zusammenrühren, Kugel formen, Folie rum und ab in den Kühlschrank.
    Musste ich natürlich ausprobieren – ich liebe es ja ihn zu essen.
    Ich fand ihn perfekt und seit dem mache ich ihn nur noch so.

    Aber wie anfangs schon gesagt, Mürbteig (musste ich seit dem feststellen) ist eine Glaubensfrage. 😉
    Soll jeder so handhaben wie es für ihn richtig ist.

    Auf das Rezept bin ich natürlich trotzdem gespannt 😀

    Liebe Grüße.

    Gefällt 1 Person

    • Danke für deinen Hinweis. Heilige Kühe schlachte ich besonders gerne 😉 Wir haben hier einen sog. „gehackten Mürbteig“. Der ist einfach und geht schnell und muss auch gar nicht gerührt oder maschinell bearbeitet werden (zumindest nicht im normalen Haushalt). Es gibt völlig unterschiedliche Mürbteige. Darum habe ich mich gezielt auf den „einfachen“ gehackten, den man auch als Kochneuling problemlos machen kann und mit dem man viel machen kann, konzentriert. In der Tat ist es so, dass der Teig auch über Nacht in Folie gekühlt werden kann. Das Problem der meisten Hobbybäcker ist, dass sie keine Geduld haben. Leute, lasst euch beim Backen und Kochen Zeit. Teig mit Zeit gemacht wird einfach besser! Was du sagst ist wirklich wichtig. Dazu kommt, dass viele dem zu warmen oder zu lange gemanschten Teig dann – weil er „klebrig“ ist und an der Arbeitsfläche pickt – Mehl dazu geben. KEIN MEHL. Wenn der Teig lange genug geruht hat und kalt gestellt war, braucht es kein Mehl zum verteilen in der Form. Sonst kommen da – wir kennen das vom Plätzchenteig, dem manche immer wieder beim Formen und Ausrollen Mehl dazugeben – total trockene Mürbteige raus, die im Mund dann immer mehr werden … Also: Zeit, Kühlschrank und zügiges Arbeiten und euer Mürbteig wird was. Und die heilige Kuh „Hefeteig“ schlachten wir auch noch bei Gelegenheit 😉 LG Robert

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      • Ich bin echt nicht für meine Geduld berühmt, außer beim kochen und backen. Slow Cooking ist hier angesagt.
        Klar habe ich auch Blitz(kuchen)-Rezepte, wenn sich mal kurzfristig Besuch ansagt und der Kuchen in einer Stunde angerührt und gebacken sein soll. Aber da ist dann bestimmt kein Mürb- oder Hefeteig beteiligt. 😉
        Hefeteig hab ich am liebsten kalt geführt über 1-2 Tage.

        Heilige Kühe schlachten macht immer Spass! 🙂
        Liebe Grüße.

        Gefällt 1 Person

      • @ lifeofdevotion: Jetzt verwirr mir den durchschnittlichen Follower nicht noch mit KALTEM Hefeteig! Die meisten scheitern ja schon an einem GANZ NORMALEN Hefeteig. Wir werden die Hefeteig-Kuh noch erlegen. Nächste Woche ist OStern und bis dahin bekommen wir den Hefeteig noch gebacken 😉 fast ohne Hefe und ganz mit Ruhe … Ab Montag bin ich wieder in meiner Küche … und dann geht’s rund! Happy Weekend!

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      • Gerade kalt geführter sollte doch was für Neulinge sein, da MÜSSEN sie ihm die Ruhe geben die er braucht. 😉
        Schon mal auf die Waage gestellt, wie viele lecker Spezialitäten du (nicht im Koffer) mit nach Hause nimmst?! 😉
        Genieß die Zeit und koste für mich ein gekühltes Manon Cafe bitte.
        Schönes Wochenende.

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  2. Waage … o mein Gott, nicht die Waage! Ich will es gar nicht wissen … Also ich bin zurück in Augsburg und brauche jetzt eine kurze Orientierungsphase und werde in mich gehen, ob ich mich nicht besser mit dem Thema „Hausmann und Abnehmen“ beschäftige 😉

    Gefällt 1 Person

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