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Angemerkt!-Glosse: Fast Food, Porn und jede Menge Leere

Da ist sie also, die Konfrontation mit der Realität. Jetzt erst mal einen zweiten Kaffee und durchatmen. Ausgeglichenheit ist angesagt ob der Eindrücke der letzten Stunde. Also: 

FAST FOOD PORN

Es gibt ja Dinge, die MANN, also ich zum Beispiel, gar nicht braucht. Nöhlende Kunden an der Supermarktkasse, denen es nicht schnell genug geht und die dann selbst ihren Minieinkauf zeitaufwendig mit der Kreditkarte bezahlen, Detox (was soll das sein?), Soja-Wurst oder aus unbeschreiblichen Dingen zusammengestellte vegane Hähnchen, Kärcher-Hochdruckreiniger, Laubbläser (man beachte, ich bin ein Mann!), Laubsauger,

Fertiggerichte insgesamt und ganz speziell Fertiggerichte aus dem BIO-Markt (was für eine Unsinn!), Packerlsuppe, Bolognese aus Soja und aus der Tüte – egal wie auch immer der Anbieter heisst! – und LEBENSMITTELFARBE. Und da sind wir beim ersten Thema. Ich rate euch, unbedingt den (für Food-Blogger, Food-Fotografen und Törtchendesigner sicherlich plasphemischen!) Artikel der Süddeutschen zu lesen. Aber erst, wenn ihr mit meinem Beitrag durch seid! Deshalb der Link also erst ganz unten 😉 Also, da geht es knallhart zur Sache. Foodporn. Zusammengefasst: Lebensmittel, die NUR NOCH gemacht werden, um gut auszusehen und die, wie der erfahrene Esser und Koch seit Jahrzehnten weiß, in der Regel nach nichts schmecken. Ausnahmen bestätigen die Regel. Tolle Törtchen letzthin im Schanzenviertel gehabt. Bunt und trotzdem gut. Aber eben ist das nicht die Regel. Stellen wir uns also die Frage: Wenn so manches nette Törtchen hübsch anzusehen und bunt angemalt ist, ist das dann wirklich Porn? Ist es so, dass uns verdeckte Belanglosigkeit lieber ist, als nackte Tatsachen? Was wäre aber Porn, wenn nicht nach dem Entfernen der attraktiven Umhüllung die nackten Tatsachen zu orgiastischem Entzückung und zur Erfüllung der Sehnsüchte beitragen würden, um alsbald wieder in den Modus der Sünde zu verfallen? Die SZ ist der Meinung, dass man unter der Hülle in den wohl meisten Fällen eher Geschmackloses findet. Wie sie das in den im Artikel aufgeführten Cafés gemacht hat, ist mir schon klar. Die Autorin hat sich in schamloser Selbstlosigkeit den Unmöglichkeiten des Back- und Kochdesigns ausgesetzt, bis sie angeekelt und schockiert ob der geschmacklichen Tiefen fluchtartig die Lokalitäten verließ, um sich bunten Umhüllungen und zuckrigen Ungesundheiten schnellstens zu entledigen. Man will es sich nicht vorstellen. Kann es aber. Muss es aber nicht näher beschreiben. Ich hoffe nicht, dass die arme Autorin dann auch noch all die vielen Blog-Beiträge und bunten Törtchen-Rezepte nachgebacken hat, die sie zu tausenden in der Blog-Welt findet. Sonst braucht sie echt Hilfe, die Arme! Vielleicht hat sie sich auch nur vertan und die ungeschminkten oder nur leicht colorierten Real-Food-Beiträge nicht entdeckt bei all der bunten Vielfalt an Futter-Porns? 
Ist die von MANN, also mir und vielen anderen (Haus-)Mannen und -Frauen,  täglich produzierte und nicht-designte, photoshoppende und jeden bunten Krümmel postende Kochwelt SO unscheinbar, dass wir uns echt sorgen machen müssen? Müssen wir unsere ungeschminkten und nackten Tatsachen aus der Küche künftig mehr dem Trend anpassen? Jetzt genau lesen (Wortspiel!): Food-Porn ist erstens selten „fast“, eher nicht mal fast Food. Ich bevorzuge weiterhin ganz normale ungeschminkte Gerichte, nackt geschmacksintensiv, alle Sinne aktivierend. Dafür braucht es keinen Food-Porn, dafür braucht es gute bodenständige Rezepte und Küche! Ich ergebe mich in der Küche und Blogwelt ganz sicher keinem Porn 😉  In diesem Sinne … 

Der Link zur SZ:
Süddeutsche Zeitung: Riesentrend Food Porn

Die große Leere

Um dem Leben einen Sinn und der Wäsche etwas Frische zu geben, habe ich mich also zu einem neuen Waschmittel hinreißen lassen. Damit wir uns richtig verstehen: Ich bin NICHT anfällig für Schnäppchen und so. Ich bin auch nicht öko-korrekt. Dazu bin ich einfach zu faul, zumal vor dem „Verpackungsfrei-Einkaufen“-Laden nie Parkplätze für Mercedes und mich zu finden sind. Wie kann man denn einen Öko-Markt so deppert ansiedeln, dass man nicht mal mit dem Auto hinkommt? Meine einzige Mitgliedschaft in irgendeinem Verein ist die beim Bund Naturschutz. Aber das heißt nicht, dass ich deshalb andauernd ein schlechtes Gewissen habe. Aber mich regt es ungemein aus, wenn ich verscheissert werde oder zumindest das Gefühl habe, dass es jemand versucht. Beim Waschmittelkauf tritt dieses Gefühl schon sofort vor dem Regal auf. „Waschladungen“ als Kriterium finde ich schon sehr seltsam. Ich bekomme immer doppelt so viele Waschmaschinen gewaschen, als auf der Packung steht. Wenn die Packungen verschiedener Hersteller GENAU die gleiche Menge Waschmittel enthalten … den Rest denkt ihr euch selbst. Auf alle Fälle ist es mir gestern ein bisschen gegangen wie dem Biertrinker mit dem Steinkrug. Für Nicht-Bayern: Ein Bier bleibt im Steinkrug länger frisch. Das ist eindeutig ein Vorteil. Allerdings besteht der Nachteil darin, dass man nicht sieht, WIEVIEL Bier der Schankkellner wirklich eingeschenkt hat. Beschiss also möglich, angeblich nie beabsichtigt, oft praktiziert. Man sieht also im Gegensatz zu einem Glaskrug nicht, WIEVIEL und WAS da alles drinnen ist. Zurück zu unserem Waschmittel: WAS da drinnen ist, kann ich lesen. WIEVIEL kann ich sehen, wenn ich – wie bisher – ein Waschmittel kaufe, das in einer TRANSPARENTEN Flasche ist. Und da ist mir ein Fehler passiert: Ich habe der Versuchung nachgegeben und mich am Volumen der Flasche orientiert. Böser Fehler. Denn als ich heute morgen die Flasche aufmache, stelle ich fest, dass diese keineswegs VOLL ist. Ihr versteht, was ich meine? Also, ich bin drauf reingefallen. angeblich gleiche Waschleistung wie alle anderen. Warum auch immer. Aber ich bin auf den VERPACKUNGSTRICK reingefallen. Das ärgert mich. Nicht, weil ich Leere gekauft habe. Habe ich ja nicht, weil ja die Waschleistung entsprechend den Waschmitteln ist, die in der Flasche bis ganz oben befüllt ist 😉 Aber mich ärgert, wenn mir jemand „Duftperlen“ für gut riechende Wäsche andrehen will und dafür Microplastikteilchen in der Umwelt landen oder wenn im BIO-Markt (!) Nudeln in PLASTIKTÜTEN verpackt sind oder oder oder … Es sind die Kleinigkeiten. Ja, ich verwende auch Frischhaltefolie oder Alufolie. Ja, ich fahre Auto, ich fahre Motorrad und ich habe auch keine Schafe, aus deren Wolle ich mir meine Klamotten selbst stricke und webe. Es geht also nicht um „päpstlicher als der Papst sein“.
Bei dem Waschmittel hat man also eine ZU GROSSE FLASCHE produziert. Nicht die einzelne Flasche ist das Problem, sondern die Tatsache, dass das Ding jeden Tag tausende Mal verkauft wird. Also ich hab ja keine Kinder … aber wenn ich welche hätte, würde ich mich sorgen, weil so ein Mist ja wohl eindeutig überflüssig und zu Lasten unserer Umwelt ist. Da brauchen wir keine Ernährungs-Blogs und „Gesundheits-Küche“, wenn uns, ohne dass wir es merken, ein derartiger Wahnsinn angetan wird … Seht mal: 

DSC00204     DSC00205

 

 

Nocheinmal der Link zur „Süddeutschen“ => Food-Porn …

 

Euer/ dein

Signatur_Bild
„man at home“

Robert

4 replies »

      • Davon können manche Kinder nur träumen … Nahrungszubereitung und „Nahrung erfahren“ hat ja auch mit Geschmacksentwicklung und Entwicklung eines gesunden sozialen familiären Umfelds zu tun. Fast-Food und „Nichtkochen“ ist da einfach tödlich für diese wichtigen Entwicklungs- und Lernstufen. Kinder und Jugendliche lernen beim Hantieren mit den Tellern auch, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Es gibt dazu einen sehr guten Artikel in der aktuellen „GEO Wissen Ernährung“. Leider lesen sowas immer nur die, die es ohnehin wissen … Arbeit mit Jugendlichen in der Küche ist bei uns (ich war einige Zeit an einer Schule als Mentor aktiv) eher eine „Notwendigkeit“ als eine Freude. Für Lehrer wie für Schüler oft gleichermaßen. Spaß habe ich noch nie dabei erlebt. Ich würde sogar meine Freizeit opfern, wenn ich ein Bauernhof-Kinder-Küche-Projekt begleiten könnte. Alleine: Interesse nicht vorhanden. Ähnlich wie bei Angeboten für Lesetrainings in der Freizeit. Kein Interesse vorhanden. Spätestens ab der vierten Klasse geht es um Schulkarriere!

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