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Rhababer-Chutney und Hackfleischstrudel

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Hackfleischstrudel und Rhababer-Chutney kann man natürlich auch gesondert machen und servieren. Wenn vom Hackfleischstrudel etwas übrig bleibt, kann man ihn auch wunderbar noch am nächsten Tag kalt essen. Oder statt mit dem Chutney auch mit einem frischen Salat kombinieren. Dann gebe ich aber in das Hackfleisch noch etwas fein gehackten Knoblauch und einen Esslöffel Tomatenmarkt.

Das Chutney passt auch wunderbar zu ein paar Schweinemedaillons oder als vegetarische Version mit etwas Reis oder einfach mit einem frischen Baguette.

Bei meinem Rezept bildet der säuerlich-frische Geschmack des Rhababer-Chutney einen Kontrast zum herzhaften Hackfleisch-Strudel mit Bergkäse.

Du brauchst:

  • 1 Pfanne
  • 1 kleines Töpfchen um die Butter zu zerlassen
  • 1 Rührschüssel
  • Ein Gemüsemesser
  • Bratenwender
  • Einen Backpinsel
  • Einen Esslöffel
  • Ein Nudelholz zum Ausrollen des Teigs
  • Teigkarte
  • Einen kleinen Teller und ein Schüsselchen, um den Teig zuzudecken
  • Herd und Backblech
  • Ein Blatt Backpapier
  • ein sauberes Küchentuch, mit dessen Hilfe du den Strudel rollst.
  • Teller zum Beiseite stellen und dann zum Servieren


Zutaten:

– Für die Füllung des Strudels (ein mittelgroßer Strudel für 2 – 4 Personen):

  • 300 g RinderHackfleisch, beste Qualität vom Metzger deines Vertrauens. Abgepackt aus dem Supermarkt geht gar nicht!)
  • 1 TL Harissa-Paste (Gewürzmischung, bekommst du beim türkischen Lebensmittelhändler oder in der „Abteilung für exotische Lebensmittel“ im Supermarkt)
  • Bergkäse
  • 3 Esslöffel Öl zum Anbraten
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle


– Rhababer-Pflaumen-Chutney

  • 4 Stangen Rhababer
  • 2 bis 3 Pflaumen
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Teelöffel Kreuzkümmel, GEMAHLEN (bekommst du beim türkischen Lebensmittelhändler)
  • 1 Teelöffel Ras al Hanout (Gewürzmischung, bekommst du beim türkischen Lebensmittelhändler)
  • 3 – 4 Kardamonkapseln (bekommst du beim türkischen Lebensmittelhändler
  • 1/3 Vanillestange
  • ¼ Zimtstange
  • ½ Sternanis (türkischer Lebensmittelhändler)
  • Eingelegte grüne Pfefferkörner
  • 1 Esslöffel Tamarindenpaste (Asia-Laden)
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • 3 Esslöffel Sonnenblumenöl zum Anbraten

– Strudelteig für EINEN Strudel (für andere Strudel, z.B. Apfelstrudel, nehme ich die doppelte Menge, das ergibt dann zwei Strudel für einen mittelgroßen Bräter):

  • 80 Weizenmehl 550 (geht auch mit Weiznehmehl 550, allerdings wird der Teig mit 550 feiner und lässt sich schöner und leichter verarbeiten)
  • 1 Ei
    falls gewünscht ein Eigelb zum Bestreichen des Strudels
  • Prise Salz
  • 2 Esslöffel Butter, zerlassen
  • 1 Schnapsglas Sonnenblumenöl

 

Klar, du kannst auch fertigen Strudelteig kaufen. Aber dafür gibt es gar keinen Grund! Außer dem,  dass du im gekauften Teig Sojalecithin,  Kaliumsorbat, diverse Säureregulatoren wie Kaliumcitrat, Natriumdiacetat und  Mehlbehandlungsmittel, z.B.  L-Cystein und Maisstärke, findest und darauf unheinlich stehst 😉 UND: Blätterteig IST KEIN STRUDELTEIG, nie, never, auf gar keinen Fall! Das ist ganz was anderes!

Also: Strudelteig geht ganz einfach zu machen und wenn man ihn einmal gemacht hat, kann man es auch. Warum also das Zehnfache dafür bezahlen? Zeit ist auch kein Argument, denn Strudelteig ist in wenigen Minuten gemacht und selbst gemachter schmeckt einfach besser.

 

So geht’s:
Wie immer richtest du alle Zutaten und „Werkzeuge“ her, die du brauchst, damit du dann nicht während des Kochens und Backens lange suchen musst.

Zuerst machst du den Strudelteig, denn der muss dann etwas ruhen:
Die HÄLFTE der Butter in der kleinen Schüssel auf dem Herd zerlassen. In die Rührschüssel gibst du das Mehl, gibst eine Prise Salz dazu und mischt sie unter das Mehl, dann machst du in die Mitte des Mehls eine Mulde. In die gibst du das Ei, natürlich aufgeschlagen ohne  Schale 😉 Dann gibst du ins Mehl, NICHT auf das Ei, sondern drumherum ins Mehl (!) die zerlassene Butter und die HÄLFTE des Öls. Strudelteig wird DSC00229meist schöner, wenn du ihn per Hand und ohne Rührgerät machst. Bei der kleinen Menge ist das gar kein Problem. Nun knetest du mithilfe der Teigkarte und der Finger in der Schüssel einen glatten Teig, bis er locker vom Rand abgeht und eine Kugel ist. Den Teig legst du auf den kleinen Teller, bepinselst ihn mit etwas Öl und deckst ihn mit einer kleinen Schüssel zu. Bei Zimmertemperatur lässt du den Teig jetzt MINDESTENS eine halbe Stunde ruhen, besser eine Stunde. Dadurch wird dein Teig schön elastisch.

DSC00234In der Zwischenzeit machst du das Hackfleisch für die Füllung des Strudels fertig:
Du gibst drei Esslöffel Öl in die Pfanne und erhitzt das Öl. In das heiße Öl gibst du das Hackfleisch und brätst es unter Rühren einige Minuten an. Dann gibst du die Harissa-Gewürzpaste zum Hackfleisch, rührst sie unter und brätst dein Hackfleisch einige Minuten fertig. Mir genügt bei dieser Menge Hackfleisch ein guter Teelöffel der Paste. Wer es gerne sehr scharf mag, würzt halt einfach mehr … Zum Schluss mit Salz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Das fertige Hackfleisch ggf. auf einen Teller umfüllen und beiseite stellen.

Den Käse hobelst du fein und stellst ihn ebenfalls zur Seite.

Nun kannst du die Zutaten für das Rhababer-Chutney vorbereiten:

Die Pflaumen wäscht du und teilst sie. Kern entfernen. Dann – je nach Größe – vierteln oder achteln. Die Pflaumen sollen nicht zu klein geschnitten sein, denn sie sollen nicht verkochen!

Die Zwiebel schälen und vierteln. Strunk rausschneiden nicht vergessen!

Beim Rhababer schneidest du die die beiden Enden ab, soweit sie holzig, vertrocknet oder unschön sind. Umso frischer er ist, umso weniger musst du abschneiden. Der Anschnitt soll saftig sein! Rhababer schälen, soweit notwendig. Das erkennst du gut daran, dass sich die Außenfasern beim Abschneiden schwerer durchschneiden lassen und ausfransen. Dann wird er geschält bzw. die Außenfasern abgezogen. Siehe Fotos!

Den Rhababer schneidest du in 3 – 4 Zentimeter lange Stücke. Pflaumen und Rhababer beiseite stellen.

Nun heizt du den Herd auf 200°C vor. Bei Umluft 190°. Allerdings ist Ober- und Unterhitze besser, weil der Teig nicht so schnell austrocknet.

Sofern dein Strudelteig jetzt MINDESTENS eine halbe Stunde bis Stunde geruht hat, geht es ans Strudelteig ausrollen. Das ist gar nicht so schwer. Klar, du kannst auch gekauften Strudelteig nehmen … ABER … siehe oben.

Zum Ausrollen des Teigs mehlst du deine Arbeitsplatte in der Küche dünn ein. Dann gibst du den Strudelteig in die Mitte darauf. Dein Nudelholz zum Ausrollen ebenfalls einmehlen. Jetzt drückst du den Teig mit der Hand flach und rollst ihn dann vorsichtig aus. Nein, man muss keine Zeitung durch den Teig lesen können! Er sollte aber so dünn sein, dass man zumindest die dicke und große Überschrift einer Zeitung durch den Teig lesen kann 😉  Gleichmäßig ausrollen. Dazwischen den Teig von der Arbeitsplatte lösen und ggf. nocheinmal etwas Mehl auf die Arbeitsplatte geben. Aber vorsichtig sein mit dem Mehl, denn wird er Teig zu trocken, reißt er dir. Dann ist es schwierig, ihn wieder zu flicken. Aufpassen, dass der Teig nicht am Nudelholz kleben bleibt. Auch das gilt: Mit Augenmaß Mehl dazugeben. Bei der Zutatenmenge dürfte die ausgerollte Fläche etwa so breit sein wie ein Küchentuch und etwas kürzer als dieses.

Entweder du gibst nun auf die Oberseite deines Teigs das restliche Öl und verstreichst es, verteilst dann das Hackfleisch und den gehobelten Käse darauf, schlägst die Seiten ein und rollst ihn zusammen, gibst ihn dann auf das Backblech und in den vorgeheizten Ofen … Wenn du keine Übung darin hast, fällt dir nun der Teig/ Strudel auseinander … Also mein Tipp zum Strudel rollen:

Jetzt wird es spannend: Neben deinen Teig legst du das SAUBERE und trockene Küchentuch. Verteile mit der Handfläche etwas Mehl darauf. Dann legst du den ausgerollten Teig auf das Küchentuch. Wichtig ist, dass du an den SCHMALSEITEN den Teig NICHT über das Küchentuch schauen lässt. Nun verteilst du das restliche Öl und die restliche zerlassene Butter auf dem Teig und verpinselst es mit dem Backpinsel. Lass einen Rand von einigen Zentimetern. Dann gibst du das Hackfleisch auf den Strudelteig und lässt wieder einige Zentimeter Rand, so dass du diesen später einklappen kannst. Dann den Käse gleichmäßig darüber verteilen. Jetzt wird der Strudel gerollt. Zuerst klappst du an den beiden langen und an EINER kurzen Seite den Rand des Teiges über das Hackfleisch. Dann nimmst du an der eingeschlagenen schmale Teigseite das Küchentuch und hebst es langsam hoch, so dass sich der Teig zu einem Strudel rollt. Kapiert? Klar, du bist ja handwerklich begabt! … Hm, ich glaub ich muss da beim nächsten Strudel ein Video dazu machen … Am Ende liegt der Abschluss des Teigs nach unten auf dem Küchentuch.  Damit kannst du den Strudel praktisch im Küchentuch hochheben ohne dass er auseinanderfällt, indem du das Küchentuch an den Schmalseiten nimmst und somit eine „Hebe“ für den Strudel machst. Den Strudel legst du so mithilfe des Tuchs auf dein Backblech mit Backpapier darauf. Nun bestreichst du den Strudel mit Öl und/ oder Eigelb. Ab in den Ofen damit!

Dein Strudel wird ca. 20 – 25 Minuten brauchen, bis er goldbraun ist.

In den letzten zehn Minuten der Backzeit deines Strudels machst du das Rhababer-Chutney fertig. Den Strudel kannst du ggf. auch gut warm halten, indem du ihn im ausgeschalteten und geöffneten Herd lässt, falls du mit dem Chutney nicht schnell genug bist.

DSC00233In die Pfanne gibst du drei Esslöffel Öl, dann erhitzen. Die Tamarindenpaste in etwas Wasser auflösen und durchrühren. Die Gewürze ( gemahlenen Kreuzkümmel, Ras al Hanout, 1/3 Vanillestange, ¼ Zimtstange, Sternanis) gibst du in das Öl und lässt sie bei geringer Hitze etwas „anbraten“. Es entwickelt sich eine Mischung aus „arabischen“ oder „indischen“ Duft. Nicht anbrennen lassen! Nun schiebst du die Gewürze etwas zur Seite, erhöhst die Hitze und gibst die Zwiebeln hinzu und brätst sie vorsichtig an, dann schiebst du alles an den Pfannenrand und brätst die Pflaumenspalten von beiden Seiten zügig an. Zur Seite schieben. Nun gibst du den Rhababer und die grünen Pfefferkörner dazu, schaltest die Hitze etwas zurück. Sobald der Rhababer weich wird, gibst du die Tamarindenlösung dazu und rührst sie vorsichtig unter. Nun wieder alles in der Pfanne vorsichtig vermengen. Der Rhababer kocht relativ schnell ein, wird also zu einer Art „Matsch“. Wenn du dein Chutney etwas „stückiger“ möchtest, dann einfach rechtzeitig vom Herd nehmen. Sobald der Rhababer weich ist, kannst du das Chutney servieren. Vorher nimmst du allerdings die Vanille, den Zimt, die Kardamonkapseln und den Sternanis wieder aus dem Chutney!

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Während das Chutney in der Pfanne ist, nimmst du den Strudel aus dem Herd. Kurz stehen lassen, dann den Strudel in Scheiben schneiden, auf jeden Teller ein paar Löffel Rhababer-Chutney geben, an den Rand ein Stück Hackfleischstrudel dazu und schon ist angerichtet!

Leider sind die Fotos vom Strudel nicht so gelungen, wie ich das wollte 😦  Aber unter einem Strudel kann sich ja jeder was vorstellen 😉 

Viel Spaß und Guten Appetit!
Euer/ dein

Signatur_Bild
„man at home“
Robert

 

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