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Grundrezept: Strudelteig – inkl. Tipp zum „Strudel rollen“

apple-strudel-1158345_640Gestern hatte ich ja das Rezept „Rhababer-Chutney mit Hackfleischstrudel“ gepostet.

Nun kam die Frage auf, wie und welche Menge Strudelteig für andere Strudel. Das ist eigentlich immer der gleiche Teig! Ich fasse unten nocheinmal in einem eigenständigen Strudelteig-Rezept zusammen. Menge für zwei Strudel (die haben auch Platz in einem Bräter). Der Teig kann für ALLE Strudelfüllungen verwendet werden.

Klar, du kannst auch fertigen Strudelteig kaufen. Aber dafür gibt es gar keinen Grund! Außer du stehst auf  Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel (z.B. Sojalecithin,  Kaliumsorbat, diverse Säureregulatoren wie Kaliumcitrat, Natriumdiacetat und  Mehlbehandlungsmittel, z.B.  L-Cystein und Maisstärke

In meinem selbstgemachten Strudel weiß ich, dass nur hochwertige und genfreie Zutaten verwendet werden!

Merke:  Blätterteig IST KEIN STRUDELTEIG, nie, never, auf gar keinen Fall! Das ist ganz was anderes!

Strudelteig geht ganz einfach zu machen und wenn man ihn einmal gemacht hat, kann man es auch. Warum also das Zehnfache dafür bezahlen? Zeit ist auch kein Argument, denn Strudelteig ist in wenigen Minuten gemacht und selbst gemachter schmeckt einfach besser.

Auch das Ausrollen des Teigs und das Zusammenrollen des Strudels und „umlagern“ auf ein Backblech oder den Bräter ist kein Problem! Dazu gebe ich dir weiter unten einen Tipp.

Den nachfolgenden Strudelteig kannst du für JEDE Art Strudel verwenden, egal, ob du ihn herzhaft mit Hackfleisch, Fisch, Käse, Sojaragout oder süß oder säuerlich mit Obst oder Gemüse füllst!

Der Teig selbst ist in wenigen Minuten gemacht. Dann benötigt der Strudelteig eine Ruhezeit von zumindest 30 bis 60 Minuten (gerne auch länger).

Du brauchst:

  • Eine Rührschüssel
  • eine Teigkarte
  • Backblech oder Bräter, je nachdem WAS für einen Strudel du machst. Angaben dazu findest du dann im jeweiligen Rezept. Strudel, die du mit Flüssigkeit angießt (z.B. ein Rahm-Apfelstrudel) werden im Bräter gemacht, andere auf dem Backblech …
  • Zum Backen auf dem Backblech ggf. Backpapier
  • Einen Kuchenteller und eine Schüssel zum Zudecken des Teigs während der Ruhezeit
  • Backpinsel
  • Nudelholz zum Ausrollen des Teigs

Zutaten für ZWEI große Strudel (großer Bräter):

  • 250 Weizenmehl 550 (geht auch mit Weizenmehl 550, allerdings wird der Teig mit 550 feiner und lässt sich schöner und leichter verarbeiten)
  • 2 – 3 Eier, je nach Größe, falls gewünscht zusätzlich ein Eigelb zum Bestreichen des Strudels
  • Prise Salz
  • 5 Esslöffel Butter, zerlassen
  • 3 Schnapsglas Sonnenblumenöl
  • Ggf. etwas Wasser
  • Etwas Mehl zum Ausrollen


So geht’s
:

Wie immer richtest du alle Zutaten und „Werkzeuge“ her, die du brauchst, damit du dann nicht während des Kochens und Backens lange suchen musst.

Die HÄLFTE der Butter in der kleinen Schüssel auf dem Herd zerlassen. In die Rührschüssel gibst du das Mehl, gibst eine Prise Salz dazu und mischt sie unter das Mehl, dann machst du in die Mitte des Mehls eine Mulde. In die gibst du die Eier, natürlich aufgeschlagen ohne  Schale 😉

Dann gibst du ins Mehl, NICHT auf das Ei, sondern drumherum ins Mehl (!) die zerlassene Butter und die HÄLFTE des Öls.

Strudelteig wird meist schöner, wenn du ihn per Hand und ohne Rührgerät machst. Bei der relativ kleinen Menge Teig, die man selbst für zwei große Strudel braucht,  ist das gar kein Problem. Nun knetest du mithilfe der Teigkarte und der Finger in der Schüssel einen glatten Teig, bis er locker vom Rand abgeht und eine Kugel ist. Wenn der Teig sich nicht kneten lässt, weil er nur mit Eier und Öl zu wenig Flüssigkeit bekommen hat, dann gibst du vorsichtig ein paar Esslöffel Wasser dazu. Den Teig teilst du auf, entsprechend der Anzahl der Strudel und legst legst sie auf den (Kuchen-)Teller, bepinselst ihn mit etwas Öl, und deckst ihn mit einer Schüssel zu. Bei Zimmertemperatur lässt du den Teig jetzt MINDESTENS eine halbe Stunde ruhen, besser eine Stunde.
Sofern dein Strudelteig jetzt MINDESTENS eine halbe Stunde bis Stunde geruht hat, geht es ans Strudelteig ausrollen. Das ist gar nicht so schwer. Klar, du kannst auch gekauften Strudelteig nehmen, dann sparst du dir das ausrollen … ABER … siehe oben.

Zum Ausrollen des Teigs mehlst du deine Arbeitsplatte in der Küche dünn ein. Dann gibst du den Strudelteig für einen Strudel in die Mitte darauf. Dein Nudelholz zum Ausrollen ebenfalls einmehlen. Jetzt drückst du den Teig mit der Hand flach und rollst ihn dann vorsichtig aus. Nein, man muss keine Zeitung durch den Teig lesen können! Er sollte aber so dünn sein, dass man zumindest die dicke und große Überschrift einer Zeitung durch den Teig lesen kann 😉  Gleichmäßig ausrollen. Dazwischen den Teig von der Arbeitsplatte lösen und ggf. noch einmal etwas Mehl auf die Arbeitsplatte geben. Aber vorsichtig sein mit dem Mehl, denn wird er Teig zu trocken, reißt er dir. Dann ist es schwierig, ihn wieder zu flicken. Aufpassen, dass der Teig nicht am Nudelholz kleben bleibt. Auch da gilt: Mit Augenmaß Mehl dazugeben. Bei der Zutatenmenge dürfte die ausgerollte Fläche etwa so breit sein wie ein Küchentuch und etwas kürzer als dieses.

Nun mein Tipp zum Strudel rollen:

Jetzt wird es spannend … Neben deinen Teig legst du das SAUBERE und trockene Küchentuch. Verteile mit der Handfläche etwas Mehl darauf. Dann legst du den ausgerollten Teig auf das Küchentuch. Wichtig ist, dass du an den SCHMALSEITEN den Teig NICHT über das Küchentuch schauen lässt. Nun verteilst du das restliche Öl und die restliche zerlassene Butter auf dem Teig und verpinselst es mit dem Backpinsel. Lass einen Rand von einigen Zentimetern. Dann gibst du die jeweilige Füllung den Strudelteig und lässt wieder einige Zentimeter Rand, so dass du diesen später einklappen kannst.

Jetzt wird der Strudel gerollt: Zuerst klappst du an den beiden langen und an EINER kurzen Seite den Rand des Teiges über die Füllung, so dass später beim Rollen nichts seitlich herausfallen kann. Dann nimmst du an der eingeschlagenen schmale Teigseite das Küchentuch und hebst es langsam hoch, so dass sich der Teig zu einem Strudel rollt. Kapiert? Klar, du bist ja handwerklich begabt! … Hm, ich glaub ich muss da beim nächsten Strudel ein Video dazu machen … Am Ende liegt der Abschluss des Teigs nach unten auf dem Küchentuch.  Damit kannst du den Strudel praktisch im Küchentuch hochheben  ohne dass er auseinanderfällt, indem du das Küchentuch an den Schmalseiten nimmst und somit eine „Hebe“ für den Strudel machst. Den Strudel legst du so mithilfe des Tuchs auf dein Backblech mit Backpapier  oder in den Bräter. Nun ziehst du VORSICHTIG das evtl.  unter dem Strudel liegende Tuch heraus. Der Teig sollte dabei NICHT reißen!

Nun bestreichst du den Strudel außen noch mit Öl und/ oder Eigelb.

Dann ab in den vorgewärmten Ofen damit.

In der Regel brauchst du für einen Strudel eine Hitze von 190 – 220° C je nach Füllung und Menge. Backzeit: Je nach Dicke des Strudels, Backtemperatur und Füllung zwischen 20 und 40 Minuten. Die genauen Angaben dazu findest du immer im jeweiligen Rezept. 

Den fertigen Strudel immer kurz liegen lassen und dann erst schneiden.

Detaillierte Fotos oder Video dazu gibt es, sobald ich den nächsten Strudel mache 😉

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Euer/ dein

Signatur_Bild
„man at home“

Robert

Quellenhinweis: Im Beitrag verwendete Fotos sind ausnahmensweise keine eigenen Bilder, sondern kostenlose Bilder von PIXABAY.

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