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Süßkartoffeln mit Paneer (ayurvedisch/vegetarisch/vegan)

DSC00298Ich bin ja ein großer Freund der indischen Küche. Allerdings ist das mit den Zutaten nicht immer ganz einfach. Und auch die Schärfe ist nicht jedermanns Sache. Wenn die Waage Alarm schlägt, der Schweinsbratenkonsum überhand nimmt und man-at-home’s Frau zu einem dringenden Fleischverzicht aufruft, dann muss Mann die Fühler ausstrecken nach neuen Ideen. Hausmänner (und –frauen) mit den Süßkartoffeln-Spinat-Paneer-Rezept macht ihr eure Frauen glücklich denn es ist ein vollwertiges Gericht von dem man erst zunimmt, wenn man mehrere Tonnen davon gegessen hat 😉 Und es ist ganz leicht zu machen!

Besonders gerne mag ich es ja, wenn ich Rezepte in die Hand bekomme, die ich (zwangsweise, z.B. weil ich irgendwas nicht mag oder eine Zutat nicht bekomme) etwas ändern muss. Da bin ich dann gerne für eine „Weltküche“, die fast schon automatisch entsteht, weil ich regional verfügbare Produkte mit „exotischen“ Zubereitungsarten in den Topf und auf den Teller kombiniere.

Die Alternative zur klassischen indischen Küche sind da Ayurveda-Rezepte, die für mich eine milde Alternative zur chili-scharfen indischen Küche darstellen.

Und Paneer herstellen geht auch VEGAN!

Man muss jetzt nicht gleich alles über den Haufen werfen und das Rad bzw. das Kochen neu erfinden! Auch ist eine stringente, kompromisslose „Ayurveda“-Küche FÜR MICH nicht das Ziel, weil ich mich mit etlichen Gedanken zu dieser uralten Ernährungslehre und deren heilenden Ansätzen nicht identifizieren kann. Da wäre z.B. das „Schlacken“-Thema … dafür bin ich einfach zuviel in der Jetzt-Zeit angekommen, schulmedizinisch und vom Wissen moderner Ernährungslehre geprägt …  Aber ich bin durchaus geneigt, ayurvedische Grundlagen in meinen Kochtopf einfließen zu lassen.

Nachfolgend ein Gericht, dass auch für Vegetarier und Veganer geeignet ist, wenn ich den großen Lehrern der Ayurvedischen Heilkunde und den Anbietern im Bio-Markt glauben darf.

Was mir an dem Gericht gefällt, ist, dass es nährreich und sättigend ist, ohne dass es Folgen wie „Übersäuerung“, extremes Völlegefühl oder das Gefühl, „nichts richtiges zum Beißen“ gehabt zu haben aufkommen lässt.

Das Gericht ist wohl ayurvedischen Grundsätzen entsprechend. Wenn du das Gericht statt mir „normalem“ Ghee mit „veganem“ Ghee und aus Sojamilch hergestellten Paneer machst, ist es vegan. Aber das ist für mich nicht das Ausschlaggebende. Und da bin ich auch nicht der „Vegan-Ayurveda-Profi“.

Nachdem es zumindest in meinem Einkaufsumfeld schwierig ist, Paneer zu bekommen und da ich auch nicht irgendein Paneer aus fragwürdiger Produktion in Indien verwenden wollte, habe ich das einfach selbst hergestellt. Somit sind die Zutaten für das Gericht aus regionalem Anbau bzw. regionaler Gewinnung, die Gewürze vom indischen Lebensmittelhändler und direkt vom Gewürzmarkt in Marokko und das Rezept … naja, ob das wirklich typisch indisch ist … auf alle Fälle „ayurvedisch“ und meinem Konstitutionstyp „Pitta“ weitgehend entsprechend, meine ich 😉

Du brauchst:

  • Zwei Pfannen
  • 1 GROSSEN feinen Sieb
  • 1 älteres SAUBERES Küchentuch
  • Gemüsemesser
  • Kochlöffel
  • Esslöffel
  • Einen Kochtopf zum Erhitzen von Milch mit mindestens drei Liter Fassungsvermögen
  • Eine Schüssel
  • Bratenwender
  • Teller zum Servieren

Zutaten für zwei Personen:

  • 2 Esslöffel Ghee (indisches Butterschmalz), bekommt ihr sowohl „normal“ als auch VEGAN im Biomarkt.
  • 200 g Paneer bzw. pro Person ca. 100 bis 125 g. Indischer Käse, der an Halloumi oder Mozarella erinnert. Ich mache Paneer selbst, weil ich keinen mag, der unbekannter Herkunft ist und er auch schwer zu bekommen ist. Mir ist dazu die Milch der Bio-Bauern aus der Region je lieber … und es geht ganz leicht.
  • 1 Esslöffel Kurkuma (bekommt ihr überall wo es Gewürze gibt und gehört in jede Küche!)
  • 1 Esslöffel Garam Masala (bekommt ihr beim indischen Supermarkt oder beim gut sortierten Gewürzhändler)
  • 1 Teelöffel Kreuzkümmel
  • 1 Teelöffel gemahlenen Koriander
  • Eine nicht zu große Süßkartoffel
  • 100 g Baby-Spinat, frisch
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • Etwas Wasser
  • Ein paar Löffel Bio-Sahne (für die Veganer natürlich nicht!)

Zutaten für die Herstellung des Paneer:

  • 1 Zitrone
  • 2 Liter FRISCHE VOLLMILCH (gibt’s im Biomarkt oder im Hofladen frisch vom Bauer). VEGANER: Sojamilch nehmen!

Wem die Paneerherstellung zu aufwendig ist, kann sich auch fertiges Paneer (nicht vegan!) bestellen:
Ayurveda Foods – Bio Paneer (Panir) Käse Natur 6er Set à 200g Vegetarisch Organic, frei von Konservierungsstoffen oder künstlichen Aromen 100 % aus Bio-Milch

Ihr könnt übrigens – dann ist es halt evtl. nicht mehr besonders „ayurvedisch“ – auch Blumenkohl, Romanesco oder andere Gemüsearten mit einbinden oder anstelle der Süßkartoffel verwenden. Ich selbst bleibe bei der Süßkartoffel, weil sie einfach mal eine Abwechslung ist und zudem so gu, viel besser als Paprika oder Kohl – zu meinem ayurvedischen Ernährungstyp passt 😉

So geht’s:

Wie immer richtest du alle Zutaten und Werkzeuge vorab her, damit du dann nicht lange suchen musst. Den Herd heizt du auf 70°C (Warmhaltefunktion) und stellst die Teller darin warm.

  1. Paneer herstellen

Für die Herstellung des Paneer brauchst du nur wenige Minuten, allerdings sollte er dann eine halbe Stunde abtropfen und abtrocknen können, damit er nicht bröselig ist. Währendessen kannst du dann ja das Gemüse vorbereiten …

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Paneer-Herstellung. Beschreibung nach den Fotos!

Aus einem Liter Milch bekommst du ca. 100 – 125 g Paneer. Das ist eine Scheibe wie bei einem kleinen abgepackten Schafs- oder Ziegenkäse, ca. 8 x 8 x 1,5 cm.

Die Zitrone auspressen, du benötigst nur den Saft ohne Fruchtfleisch und Kerne. Ggf. durch einen Haarsieb gießen.  Du benötigst pro Liter Milch ca. 3 Esslöffel Saft. Keine Angst, der Paneer wird NICHT nach Zitrone schmecken!

In den Sieb legst du ein sauberes, trockenes Küchentuch (das dann später in die Wäsche kommt) und stellst den Sieb in die ausreichend große Schüssel, so dass du dadurch die Molke abgießen kannst.

Nun erhitzt du die Milch im Kochtopf unter Rühren, damit sie nicht anbrennt(!), bis sie kocht. Die kochende Milch nimmst du sofort von der Herdplatte und rührst den Zitronensaft unter. Nun trennt sich die gelblich-grüne Molke SOFORT vom sogenannten krümmelig weißen Käsebruch. Jetzt gießt du den Inhalt des Topfes durch das Küchentuch und den Sieb. Im Küchentuch verbleibt der Käsebruch, die Molke landet unter dem Sieb in der Schüssel. Wenn du Molke magst, hast du sicher eine Verwendung dafür … ICH schütte sie weg …

Den Käsebruch drückst du nun IN DEM TUCH kräftig aus. Vorsichtig, das ist heiß … Fingerchen nicht verbrennen! Ich lege den Käsebruch dann in dem Tuch in ein quadratisches Gitter und drücke es durch den Sieb eines Spätzlehobels aus 😉  Ja, doof darf man sein, aber zu helfen muss man sich wissen.  Wenn du das öfter machst, gibt es im Internet für ein paar Euro entsprechende Käsebehältnisse/-siebe und Siebtücher! Bestelllinks habe ich dir ganz am Ende der Seite nach dem Beitrag angehängt.   Es genügt völlig, wenn du den Käsebruch, also den Paneer, im Tuch IRGENDWIE so gut ausdrückst, dass er trocken und hart wie ein Halloumi wird. Du kannst auch einfach das Tuch viereckig einschlagen und dann ein schweres Buch drauflegen … Irgendwie muss er halt TROCKEN werden …  Und du solltest am Ende daraus kleine Quader schneiden können. Paneer aus Sojamilch braucht eine längere „Trocken- und Ruhezeit“.

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Fertiger Paneer

  1. Gemüse zubereiten

Während der Paneer abtropft, schälst du die Süßkartoffel und schneidest sie in etwa 2 x 2 x 1 cm kleine Stücke.

Den Spinat wäscht du unter kaltem Wasser und sortierst weniger schöne Blätter aus …

  1. Fertigstellung

In die Pfannen gibst du je einen Esslöffel Ghee (die Veganer nehmen veganes Ghee!). In einer Pfanne machst du das Gemüse, in der anderen den Panner. Beide Pfannen erhitzen. Du beginnst mit dem Gemüse. In eine Pfanne gibst du Kreuzkümmel, Koriander und Kurkuma und brätst es im Ghee leicht an. Dann gibst du die Süßkartoffeln dazu und brätst sie rundum in den Gewürzen an, bis sie eine leichte Farbe annehmen. Dann gibst du etwas Wasser dazu und lässt die Süskartoffeln ca. 7 – 10 Minuten schmoren, bis sie weich sind und das Wasser aufgebraucht ist. Ggf. lieber mehrmals kleine Mengen Wasser dazugeben, falls es zu schnell verdampft. Wenn die Kartoffeln fertig sind, sollte kein Wasser mehr in der Pfanne sein.  Parallel dazu erhitzt du in der zweiten Pfanne das Ghee langsam. Das Paneer schneidest du in gleichmäßige mundgerechte Stücke und brätst es dann bei mittlerer Hitze in der Pfanne auf beiden Seiten goldbraun an. Gegen Ende Salz und Pfeffer aus der Mühle dazugeben!

Ganz zum Schluss, während das Paneer auf der zweiten Seite brät, stellst du bei der Gemüsepfanne die Temperatur hoch, schiebst mit dem Bratenwender die Kartoffeln an den Rand und gibst den Spinat in die Mitte der Pfanne. Der Spinat fällt sofort zusammen. Nun vermengst du vorsichtig Süßkartoffeln und Spinat. Etwas Salz und wenig Pfeffer aus der Mühle und einen Schuss Sahne dazugeben. Fertig.

Das Gemüse richtest du mittig auf den Tellern an und legst die gebratenen Paneerstücke dazu.

Auch wenn es wieder dem „Gesundheitsgedanken“ in der Ernährung ist … du solltest eine Salz- und Pfeffermühle mit auf den Tisch stellen, denn manche möchten gerade die Süßkartoffeln etwas mit dem „Geschmacksträger“ Salz „aufpeppen“ und mit dem Pfeffer kann jeder selbst entscheiden, ob er noch eine leichte Schärfe dazu mag.

Viel Spaß und Guten Appetit!
Signatur_Bild
Euer/ dein

„Man at home“

Robert

 

  • Bestell-Links für die, die Paneer nicht selbst machen wollen und Zubehör für die, die häufig Käse/ Paneer machen möchten:

Paneer:
Ayurveda Foods – Bio Paneer (Panir) Käse Natur 6er Set à 200g Vegetarisch Organic, frei von Konservierungsstoffen oder künstlichen Aromen 100 % aus Bio-Milch

Käsetuch:
Käsetuch, handgemacht

Käsegitter/-formen:
KÄSEFORM 11x11x8,5

6 replies »

  1. Hallo Robert. Danke für Dein leckeres vegetarisches Rezept Süßkartoffeln mit Paneer (ayurvedisch/vegan). Vegetarisch bedeutet ohne Fleisch und Vegan bedeutet ohne tierische Produkte hergestellt, also ohne tierische Milch und Eier etc. Wenn Du Sojamilch verwendest und Sojacreme ist es vegan. Liebe Grüße, Jutta 🙂

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    • Klar kenn‘ ich den Unterschied zwischen vegetarisch und vegan 😉 Mir ist es ja relativ egal, aber da scheint es genug Veganer, Vegetarier, Ayurveda-Freaks … zu geben, die sich da nicht so eindeutig im Klaren sind … Ist jetzt veganes Ghee oder Tofu oder Palmfett oder Reismilch oder Zimtstangen uvm. vegan, wenn die Zutaten dazu bzw. das Rohprodukt unter Ausnutzung und Ausbeutung tierischer und menschlicher Lastenträger (Vom Kindersklaven bis zum Lastenesel) transportiert und verarbeitet werdend? Witzig sind die Beiträge von ayurvedisch-veganen Beratern und „Köchen“, die dann „vegan“ oder „vegetarisch“ an der Nicht-Verwendung von Lab (Schlachtabfall vom Kalb) festmachen … Mir ist es ja wurscht, was andere diskutieren … aber die Lektüre dazu hat manchmal etwas von Wahnsinn und Witz an sich!

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      • Verstehe, ich war auch schon unsicher, wie streng vegan etwas ist. Glaube, es war Apfelessig, der durch eine tierische Membran gefiltert worden sein konnte. Mir geht es bei veganen Gerichten auch darum, dass kein Tier dafür ausgebeutet wird. Insofern möchte ich gern möglichst oft vegan essen.

        Aber jetzt nochmal zu Dir Robert. Wenn Du Dein Rezept vegan im Titel nennst darfst Du echt keine Tiermilch oder Tiersahne dafür verwenden. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Vegetarisch ist doch auch OK, wenn Du gerne tierische Vollmilch und Sahne verwendest. Ich kann das auch noch nicht voll vegan ersetzen und versuche dann wenigstens Bio-Produkte zu kaufen. Wünsche Dir ein schönes Wochenende und viele Grüße, Jutta 🙂

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      • @Jutta. Allem dogmatischen und „ausschließlichem“ bin ich grundsätzlich mal kritisch gegenüber. Ich bin ganz deiner Meinung, dass es der Welt nicht schadet, wenn man weniger Tier und Tierprodukte auf dem Teller hat. Wenn ich das ganz eng nehme, zerlege ich fast jedes Gericht und Lebensmittel spätestens in der Tiefe und im Bereich des Anbaus, der Verarbeitung und des Transports mit Argumenten in Sachen „Gesundheit“, „Tierschutz“ und Nutzen und Schaden für Mensch, Tier und Umwelt. Wie sinnvoll Sojaanbau zulasten des Regenwaldes ist oder der Transport von TOFU oder Algen um die halbe Welt bis zu uns, darüber mag ich gar weiter an dieser Stelle diskutieren .. Ich will nämlich auf meinem Blog ganz bewusst keine „politischen“ Auseinandersetzungen. So, jetzt zum Rezept. Ich bin ja lernfähig trotz fortgeschrittenem Alter 😉 Jetzt haben wir also, damit es dem lesenden Veganer nicht allzuviel nachdenken abverlangt, den Text verändert und auch mit Hinweisen versehen, mit denen Veganer VEGANEN Paneer machen können. Na gell, wenn man sich vegan ernährt, müsste man schon selbst draufkommen, dass man dann halt einfach die Sahne weglässt oder irgendein Ersatzprodukt verwendet – da dürfte sich im Veganer-Kühlschrank ja von der Kokosmilch bis zur Soja-Sahne alles finden. Ein bisserl mag ich die Leute in meinem Blog halt doch noch mitdenken lassen 😉 Und jetzt sollten wir uns alle in Bezug auf Überschriften und „vegan“ und „vegetarisch“ wieder ein bisserl entkrampfen, weil sonst der geneigte Leser des Blogs noch glaubt, dass das alles tierisch ernst und weltbewegend ist, was auf so einem Blog stattfindet. Und das ist es in Zusammenhang mit einem Rezept wirklich nicht 🙂 Rezepte sind da, um verändert zu werden. Auf alle Fälle ein DANKE für deine Hinweise, mit denen dann auch dieses Rezept wohl „rund“ sein dürfte. Vergelt’s Gott – und ich freue mich immer, wenn jemand bei den Rezepten und Beiträgen konstruktiv mitwirkt. Alles Liebe.

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