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Vanille-Aprikosen-Tartelettes

Für feine Patisserie, Schokoladen- und Konditorenprodukte habe ich zwar ausreichend Geschmacksnerven um gute von schlechter Qualität zu unterscheiden, aber wahrlich nicht das Händchen für die notwendigen „Food-Design“-Arbeiten. Meine Backwaren werden daher immer ein Stückchen robuster und hausmännisch-individuell und bodenständig 😉

Für meine Tartelettes habe ich mir also vorgenommen, dass nicht Design, sondern Geschmack im Vordergrund steht …

Statt mehrere kleine Tartelettes lässt sich auch eine große Tarte machen. Mehr dazu im nachfolgenden Rezept … und bevor ich es vergesse: Veganer nehmen einfach Margarine statt Butter für das Rezept 😉 

Ich nehme für die Tartelettes in diesem Rezept kleine Tartelett-Formen mit 10 cm Durchmesser und niedrigem Rand.

=> Solltest du eine große Tarte- oder Springform bis 24 cm Durchmesser verwenden, beachte bitte:

  • Zutaten für den Teig: DOPPELTE Menge nehmen
  • Zutaten für die Füllung: siehe Mengenangaben bei den Zutaten in Klammern!)
  • Bei einer Springform den Teigrand dünn ca. 2 bis 3 cm hoch ziehen
  • Bei großer Tartelett oder Springform kannst du auch nur den Rand buttern und mehlieren und auf den Boden BACKPAPIER legen. Geht einfacher … Siehe dazu auch meinen Tipp „Springform vorbereiten“
  • Backzeit verlängern! Spätestens wenn du eine goldbraune Oberseite wie bei einem Quark- oder Käsekuchen hast, ist deine Tarte fertig!

Du brauchst für sechs kleine Tartelets:

  • 6 Tartelettes-Formen (falls du noch keine hast: kannst du HIER bestellen!)
  • Backpinsel
  • Backpapier
  • eine Packung (500g) getrocknete Erbsen zum „Blindbacken“
  • Schneebesen
  • Rührgerät mit Quirlen
  • Rührschüssel
  • Nudelholz
  • Kleinen Topf für die Kuvertüre
  • Größeren Topf für die Vanille-Füllung
  • Löffel/ Teigschaber
  • Teigkarte
  • Schere
  • Sieb
  • Kleines Küchenmesser

Zutaten für sechs Tartelets:

     Für den Teig:

  • 125 g Mehl 550 oder 450 gesiebt (große Form 250 g)
  • 60 g KALTE Butter (große Form 120 g) => Veganer nehmen Margarine!
  • 30 g Zucker (große Form 60 g)
  • 1 KLEINES Ei (große Form 1 großes Ei oder 2 kleine Eier) (=> Veganer nehmen Ei-Ersatzpulver oder was sie sonst anstelle von Eiern nehmen)
  • 1 Teelöffel Vanillezucker (große Form 1,5 – 2 Teelöffel)

     Für die Füllung/ den Belag:

  • 30 g hochwertige Schokolade (Vollmilch oder zartbitter, je nach Geschmack) (große Form 60 g) => Veganer nehmen vegane Schokolade, ich hab aber keine Ahnung, wie das dann wird …
  • eine kleine Dose Aprikosen (wenn es frische gibt, besser frische Aprikosen => enthäuten!!) (große Form: eine große Dose Aprikosen)
  • 30 g Sahne (große Form 60 g Sahne) (=>Veganer nehmen vegane Sahne, ja, das gibt es!)
  • 150 ml Milch (große Form 400 ml Milch) (=> Veganer nehmen vegane Milch)
  • 1 Ei (große Form 3 Eier) => Veganer siehe oben
  • 50 g Zucker (große Form 150 g Zucker)
  • 1 (große Form zwei) Esslöffel Vanillezucker bester Qualität (oder ein bzw. zwei Beutelchen, falls du ihn in Tütchen abgepackt kaufst)
  • 10 g Speisestärke (große Form 30 g Speisestärke)

So geht’s:

Wie immer bereitest du alle Zutaten und Utensilien vor, damit du während dem Backen nicht lange suchen musst und alles griffbereit hast!

Zuerst machen wir einen klassischen gehackten (mürben) Tarte-Boden (ohne Backpulver):

Unter das Mehl mischt du Zucker und Vanillezucker. Die kalte Butter (ich stelle sie für 10 Minuten in das Gefrierfach) zerteilst du in kleine Stücke. Auf die saubere Arbeitsfläche deiner Küche schüttest du das Mehl. Mittig eine Kuhle machen. In die Kuhle gibst du das Ei, an den Rand des Mehls legst du die Butterstücke. Nun arbeitest du mithilfe der Teigkarte und deiner Hände Butter und Ei unter das Mehl, bis du eine runde Teigkugel hast. Anfangs ist das eine sehr trockene Angelegenheit, aber glaub mir: Es wird ein Teig werden, Ei und die Butter genügen völlig, du brauchst ansonsten keine Flüssigkeit zugeben.

Die fertige Teigkugel wickelst du in Frischhaltefolie und legst sie 30 Minuten in den Kühlschrank.

In der Zwischenzeit kannst du alles andere vorbereiten …

Für das Blindbacken brauchst du einen Bogen Backpapier. Auf den legst du die umgedrehten Förmchen oder ein etwas größeres Tellerchen oder Schüsselchen und zeichnest dir den Umfang mit einem Bleistift an.

Dann Ausschneiden und am Rand einschneiden, so dass du dann den Rand im Förmchen hochklappen kannst. Siehe Fotos. Bei einer großen Form brauchst du ein großes Blatt, aus dem du den Umfang der Spring-/Tarteform plus Rand schneidest, also das Ganze in groß!

Die Tartelettes-Förmchen (bzw. die Springform/ Tarteform, deren Boden du mit Backpapier belegst statt fettest) streichst du mithilfe des Backpinsels mit Butter ein und mehlierst sie, indem du rundum etwas Mehl auf der Butterschicht verteilst.

Den Ofen auf 160° C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Die Aprikosen schneidest du so, dass du gleichmäßige Stücke zum Belegen der Tartelettes hast.

Jetzt nimmst du den Teig aus dem Kühlschrank und rollst ihn auf der BEMEHLTEN Arbeitsplatte mithilfe des Nudelholzes so aus, dass er etwa 3 mm dünn ist. Der ausgerollte Teig muss für alle sechs Formen genügen.  Nun nimmst du eines der ausgeschnittenen Backpapierblätter oder einen Teller/ Schüsselchen mit einem Durchmesser von ca. 12 cm (also etwas größer als die Tartelettes-Förmchen und legst sie als Schablone auf den Teig. Dann schneidest du dir entsprechende Teigplatten aus. Bei einer großen Tarte oder Springform muss der Teig ca. 2 cm mehr Rand haben, als die Form Durchmesser hat, damit du auch einen Rand hast.

Nun legst den Teig in die Förmchen und passt sie so ein, dass der Teig bis zum Rand der Förmchen hochgeht  (in der großen Form legst du den Teig in die Form und drückst den Rand an).

Dann mit der Gabel den Boden etwas „löchern“ (nicht durchstechen).

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Anschließend legst du je ein ausgeschnittenes Backpapierblatt auf den Teig und befüllst die Form mit den Erbsen zum Blindbacken (= Backpapier und Erbsen verhindern, dass der buttrige Teigrand herabläuft!). Jetzt ab in den Ofen damit und 10 Minuten backen.

Nach 10 Minuten nimmst du den Tartelettesboden aus dem Ofen, entfernst VORSICHTIG (!) die HEISSEN (!) Erbsen und das Backpapier. Die Erbsen NICHT wegwerfen, sondern abkühlen lassen, denn die kannst du ja später wieder zum Backen verwenden!!!

Jetzt geht es an die Füllung, die du aber auch während der Blindbackdauer der Förmchen bereiten kannst …

In dem Töpfchen erwärmst du LANGSAM und bei GERINGER HITZE, damit sie NICHT ANBRENNT, die Schokolade.  In die warme Schokolade rührst du nun die Butter, bis du eine schöne Creme hast. S1510006Diese Creme trägst du mithilfe eines Löffels und evtl. des Backpinsels auf die Tartelletes auf, so dass du eine dünne Cremeschicht hast. Wenn dir etwas übrigbleibt kannst du damit am Schluss die Tartelettes verzieren.

Jetzt gibst du in deine Rührschüssel den Zucker, das Ei/ die Eier und rührst das Ganze auf niedrigster Stufe mit dem Rührgerät glatt. Nicht zu lange und nicht zu schnell, sonst bekommst du Rührei 😉 dann die Speisestärke sorgfältig unterrühren bis alles glatt verrührt ist.

Nun gibst du den Vanillezucker für die Füllung in die Milch und erhitzt sie LANGSAM – und damit sie dir nicht anbrennt unter Rühren – die Milch. Die Milch muss nicht kochen, sie soll nur gut warm sein, so dass du mit dem Finger ohne dich zu verbrennen hineintunken kannst.

Den Ofen auf 180°C hochschalten!

Jetzt wird es spannend … Mit dem Rührgerät rührst du nun die warme Milch langsam in die Eier-Zucker-Stärke-Mischung. Wenn die Milch zu heiß ist, geht das schief. Deshalb darfst du auch nicht alles einfach dazuschütten, sondern füllst und rührst gaaaaanz langsam am Rand der Quirle ein. Sobald das erledigt ist und glattgerührt ist, gibst du die ganze Mischung zurück in den Topf, in dem du die Milch heißgemacht hast, erhitzt gaaaanz langsam unter vorsichtigem Rühren die Vanille-Milch-Eier-Zucker-Stärke-Mischung … rühren, rühren, rühren! … bis du eine cremige Konsistenz hast.

Ich habe bei meinen Tartelettes auf den Fotos zuerst die Aprikosen auf die Schokolade gelegt und dann in wildem Design die Creme dazugefüllt … du kannst aber auch die Tartelettes fast völlig mit der Vanille-Creme füllen und dann einfach die Aprikosen einlegen, wie bei einem Käsekuchen …

Evtl. noch die restliche Schokolade (ggf. nochmal erwärmen) darüber verteilen und dann in den Ofen bei 180°C. Die Tartelettes sind nach 10 – 15 Minuten fertig, wenn du die Creme dunkler möchtest, dann lass sie länger im Ofen (wobei dann auch der Boden krosser wird!). Für eine große Spring- oder Tarte-Form musst du 25 – 30 Minuten einplanen bzw. je nach gewünschtem Bräunungsgrad der Füllung auch länger.

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Die Tartelettes abkühlen lassen. Dann VORSICHTIG mit dem Messer am Rand etwas an- und aus der Form heben.
Ich mag sie besonders gerne am nächsten Tag erst, wenn der mürbe Teig etwas weicher geworden ist. Du hebst sie am besten in einer Kunststoff-Kuchenbox im Kühlschrank oder im Winter auch bei niedriger Zimmertemperatur auf.

Zum Servieren ein kleines Gabelchen dazulegen. In Belgien bekommst du meist sogar ein komplettes Besteck dazu … Ich mag gerne auch einen Klecks frisch geschlagene Sahne dazu.

Viel Spaß und Guten Appetit!

Euer/ dein

Signatur_Bild
„man at home“

Robert

 

Bestelltipp:
Von mir verwendete Tartelettes-Förmchen von Springer, Durchmesser 10 cm, kannst du hier bestellen:   Städter 825284 Tartelettform Piccolinos glatt 6-er Set mit Antihaftbeschichtung Durchmesser 10 cm

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