Allgemein

Praxistipp: „Blindbacken“

Heute mal für die wenig back- und küchenerfahrenen HausFrauen und HausMänner und Backneulinge ein Praxistipp mit Fotobeispielen. 

In vielen Backrezepten findest du den Begriff „blindbacken„. Was ist das und wie geht das? 

„Blindbacken“ heisst nicht, dass du dir beim Backen die Augen zubindest … obwohl manche ja auch die Augen vor Lebensmittelfarben und Fertigbackmischungen verschließen … also wohl blind backen … 😉

„Blindbacken“ nennt man das Backen des Kuchenbodens bzw. eines Kuchenbodens MIT  RAND, der erst später gefüllt (und dann in der Regel fertig gebacken) wird. „Blindbacken“ ist also notwendig, wenn du z.B. eine Tarte oder einen Käsekuchen in der Springform oder Tartelettes, also kleine Tartes, machst. Der Unterschied zum „normalen“ Obstkuchenboden, den du dann nur mit Früchten belegst, ist klar.

Beispiele für „Blindbacken“ findest du z.B. bei meinem Hackfleischkuchen oder den Vanille-Aprikosen-Tartelettes.

Der Sinn des „Blindbackens“ besteht darin, dass du

  1. einen zum Teil oder ganz vorgebackenen Boden und Rand hast und – jetzt der wirklich wichtige Grund für „Blindbacken“ – du
  2. damit verhinderst, dass der Rand des (noch nicht gefüllten) Kuchens während dem Backen nach unten rutscht.

„Blindbacken“ ist ganz einfach:

Du legst Backpapier über den Teig in der Backform und gibst dann, ohne dass sie mit dem Teig und Teigrand in Berührung kommen, getrocknete Hülsenfrüchte als Füllmaterial (anstelle der erst später den Kuchenboden mit Rand ausfüllenden und fertigzubackenden Kuchenfüllung wie z.B. bestimmte Cremes, Käsekuchenfüllung oder Gemüse, Hackfleisch usw.  ) hinein.

Auf den Fotos unten siehst du das am Beispiel von kleinen Tartelettes. Es ist aber immer die gleiche Vorgehensweise, egal ob Springform, Tartelettes- oder Tarteform

Du brauchst:

  • Backpapier
  • Jede Menge getrockneter Erbsen oder Linsen …

Vorgehen:

  • Backpapierbogen so zuschneiden, dass du später das Innere des Teigs in der Form auslegen kannst, inkl. Rand. Das geht so …
  • Je nach Randhöhe nimmst du dafür den Durchmesser der Backform, legst also die Backform auf einen Bogen Backpapier und zeichnest mit Bleistift den Durchmesser an. Dann gibst du rundum einen Rand mindestens in Höhe des gewünschten Teigrandes hinzu. Damit du den Rand dann auch hochklappen kannst, schneidest du den Rand in kleineren Abständen ein.
  • Teig (ausgerollt) in die vorbereitete (mit Butter ausgestrichene und gemehlte oder mit Backpapier ausgelegte) Kuchen-/Tarteform legen.
  • Teigrand hochdrücken. Boden mit einer Gabel leicht löchern (nicht durchstechen). Siehe Foto unten!
  • Die ausgeschnittene Backpapier-Blindbackschablone auf den Teig, in den Kuchen, legen.
  • Dann mit getrockneten Hülsenfrüchten auffüllen.
  • Du kannst nun entsprechend den Angaben im jeweiligen Rezept backen.

Fotobeispiel (ohne Teig):

Fotobeispiel mit kleinen Tartelletes:

 

Sofern keine Angaben im Rezept vorhanden sind, backst du MÜRBEN TEIG  zehn Minuten „blind“ bei 160°C.

Wenn du einen „keksig trockenen“ Boden willst, backst du 10 Minuten „blind“ bei 160°C Ober- und Unterhitze, entfernst dann das Backpapier und die Hülsenfrüchte, und backst noch einmal – je nach Dicke des Teigs – ohne die „Blindfüllung“ noch einmal 5 bis 10 Minuten.

 => VORSICHT BEIM ENTFERNEN DER HÜLSENFRÜCHTE! Die sind ziemlich heiß! Verbrenn dir die Finger nicht!!!

TIPP:
Die Hülsenfrüchte kannst du abkühlen lassen und vielfach wieder verwenden. Ggf. kannst du auch das Backpapier mehrfach verwenden, sofern es nicht eingerissen, zerknittert oder voll Teig ist.

Viel Erfolg beim nächsten „Blindbacken“

Dein/ euer

Signatur_Bild
„man at home“

Robert

2 replies »

  1. Gerade die Erbsen lassen sich ja UNZÄHLIGE Male verwenden. Es gibt da einfach eine große Dose, in der die bis zum nächsten Backen aufbewahrt werden … Klar, man kann sie immer noch zu Mehl verarbeiten … ob das aber dann noch sinnvolle Ernährung ist 😉

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