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Bio-Ghee und Butterschmalz – ein Vergleich. Inklusive Rezept zum Selbermachen, zur Genesung des Geldbeutels und der Gesundheit ;-)

Nun haben ja die meisten meiner Blog-Follower-Leser usw. wahrscheinlich mitbekommen, dass ich ganz gerne regional und/ oder beim Bio-Supermarkt einkaufe, soweit das möglich ist. Außerdem bin ich ein „Allround“-Esser, von bayerisch bis indisch, von Mittelmeerküche bis japanisch Kochen ist da alles bei mir möglich und ich koche auch gerne „Cross-over“. Da kommen Fleischgerichte ebenso bei mir auf den Tisch wie vegetarische oder vegane Gerichte. Was halt vor allem schmeckt, neugierig macht und Spaß macht zu kochen oder zu probieren.

Sicher ist auch einigen aufgefallen, dass ich mich seit kurzem auch in die „ayurvedische“ Küche (die übrigens – und da können mich einige ganz Belesene jetzt meinetwegen fressen –  keineswegs eine rein vegetarische oder vegane Küche ist! Aber darum geht es jetzt nicht …) einlese und manches Rezept entsprechend gestalte. Vor allem einige gesundheitliche „Problemchen“ verleiten mich dazu, die von meiner Frau und mir heißgeliebten (indischen) Rezepte etwas zu „ayurvedisieren“. Da bleibt es nicht aus, dass man auf manche Produkte und Inhaltsangaben genauer schaut und da passierte mir nun gestern Folgendes …

Voll Freude mache ich meinen Kühlschrank auf und sehe da „ganz zufällig“ ein supermarktübliches Butterschmalz neben einem „Ghee“ (für die indischen Gerichte) nebeneinander. Nun bin ich ja mal als junger Mensch auf eine Hauswirtschaftsschule gegangen und nicht ganz unbedarft beim Lebensmittelkauf … 

Schauen wir uns beide Produkte mal genauer an:

– Butterschmalz hat schon meine Urgroßmutter und meine Großmutter verwendet. Zum Backen für Schmalzgebäck, zum „Rausbraten“ von Paniertem usw. Handelsübliches Butterschmalz wird aus Butter, diese aus Kuhmilch hergestellt. Und so mache ich es heute auch noch. Butterschmalz wird ganz normal aus Butter gewonnen und von besonders gesund lebenden Menschen gerne mal als „geht gar nicht, weil viel zu fett …“ eingestuft und abgelehnt. Entsprechend gering ist das Angebot im Supermarkt, der Preis bei einem Markenprodukt liegt pro Kilo bei ca. Euro 10,00. 

– Ghee (wir sprechen von „normalem“ Ghee aus Milch!) wird seit jeher in der indischen und vor allem auch ayurvedischen Küche verwendet. Es ist nach „ayurvedischen“ Verständnis gesund und dem Körper und der Verdauung zuträglich und soll in Maßen verwendet werden. Ein nicht geringer Teil des Ghees, das man bei uns bekommt ist importiert, woher auch immer. Das Ghee in meinem Kühlschrank ist aus dem Bio-Markt, mit Bio-Siegel versehen und in Deutschland hergestellt. Ghee wird aus Butter gewonnen, ist also nichts anderes wie Butterschmalz, wird genauso produziert wie herkömmliches Butterschmalz. Zur Erinnerung: Wir sprechen von „normalen“ Ghee, also nicht der „veganen“ Variante, die es im Biomarkt auch gibt. Ghee ist also Butterschmalz. Punkt. Preis im Biomarkt pro Kilo ca. Euro 26,00.

So, dämmert dir was?

Jetzt gehen wir in die Tiefe:
Da denke ich mir also im ersten Moment: Dann ist Ghee ja viiiel gesünder, weil Bio, weil halt Ghee und doch nicht „einfaches“ Butterschmalz (steht aber auf dem Glas), also das „gesündere“, besondere Butterschmalz?

Die erhellende Antwort darauf geben die beiden folgenden Fotos der jeweiligen Produktangaben, links das „herkömmliche“ Butterschmalz, rechts das Bio-„Ghee“.

Erklären muss ich dazu jetzt nichts mehr, oder!?

Bis auf zu vernachlässigende 0,5 bzw. 0,2 g und 13 KJ ist der Nährwert und die Inhaltsstoffe identisch!

Nun, habe ich mir gedacht, dann wird es wohl einen anderen Grund geben für den Preisunterschied. Also ein Blick auf die Herstellerangaben. Und dazu müssen wir wissen: Die Angaben, die sich hinter den Kennnummern verbergen, sagen uns zwar, wer das Produkt hergestellt hat, nicht aber, WOHER der Rohstoff dafür kommt.

Auf jedem Produkt sind Nummer wie z.B.  DE-BY(Ziffer)EG

Daran erkenne ich, dass das Produkt in der EG hergestellt wurde, in welchem Land und Bundesland und in welchem Betrieb es HERGESTELLT wurde. Die Herkunft des Rohstoffes kann ich daran NICHT erkennen. Die Milch/ Butter für mein Butterschmalz oder Ghee kann also auch aus Bulgarien, Rumänien oder Italien kommen.

Das Ghee in meinem Kühlschrank wird von einem Bio-zertifizierten Kleinbetrieb im Osten der Bundesrepublik hergestellt. Ich darf also davon ausgehen, dass der Bio-Zertifizierer so sorgfältig war, zu prüfen, ob die für das Ghee verwendete Rohware, also Milch bzw. Butter, auch aus biologischer Milchgewinnung und hoffentlich einer naturnahen Tierhaltung stammt. Prüfen kann ich das aber leider nicht, der Rohstoff kann und darf also auch unzähligen Produkten irgendwelcher Herkunft zusammengemischt sein.  Den Rest muss ich einfach an Vertrauen an den Bio-Siegler aufbringen … und in die Angabe auf dem Etikett „aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft“. Preis dafür: ca. das 2,5-fache des herkömmlichen Butterschmalzes

Beim Butterschmalz kann ich nachvollziehen, dass da insgesamt zwei „Milcherzeugnis“ bzw. „Milchverarbeitungsbetriebe“ in Bayern (einer davon in der Großstadt München, mitten in der Stadt, keineswegs im schönen Grünen, der andere Betrieb in einer anderen Bayerischen Großstadt. Bio-Kuhhaltung wird dort sicher nicht betrieben 😉  ) und einer in Niedersachsen an diesem EINEN Produkt beteiligt waren.
Die Herkunft des Rohprodukts, also woher die Milch oder die Butter genau stammt, bleibt mir aufgrund der Angaben auf der Verpackung genauso unklar wie beim Bioprodukt. Der Hersteller des Butterschmalzes bzw. die Firma, für die das Produkt hergestellt wurde, versichern auf der Verpackung aber, dass das Produkt „naturgemäß“ frei von Laktose, Konservierungsstoffen, Emulgatoren, Farbstoffen und Geschmacksverstärkern ist. Eine entsprechende Angabe finde ich beim BIO-„Ghee“ nicht.

Fazit:
Das „BIO-Siegel“ und die Herkunft des Rohprodukts aus „biologischer Landwirtschaft“ (das sagt noch nichts darüber aus, WO der Biobetrieb steht) kostet pro Kilo Euro 16,00 MEHR! 

Legitim. Ich muss es ja nicht kaufen, wenn es mir zu teuer ist. Wünschenswert wäre aber sicherlich, dass ich hier schon bei BEIDEN Herstellern etwas genaueres über die Herkunft erfahre. Denn auch „Bio-Milch“, die aus mehreren hundert oder gar tausend Kilometer Entfernung herangekarrt wird, ist für mich einfach kein Bio-Siegel mehr wert …

Da ist es doch zu überlegen, ob ich nicht im Hofladen, auf dem Bauernmarkt  oder im Biomarkt REGIONALE Butter kaufe, von der ich GENAU weiß, von welchem Hof sie kommt und die ggf. sogar BIO-zertifiziert ist 😉  …  und in 20 Minuten mein Butterschmalz ganz nebenbei selbst mache. Dafür verwende ich HOCHWERTIGSTE BIO-SÜSSRAHM oder –Sauerrahmbutter. Kosten auf’s Kilo gerechnet … ca. Euro 10,00.

=> Jetzt wird der Unterschied deutlich, denn für gleiches Geld, für das ich das „herkömmliche“ Butterschmalz bekomme, bekomme ich selbst gemacht die TOP-Qualität aus regionaler und biologisch einwandfreier Gewinnung und eigener Herstellung!

EIGENE HERSTELLUNG

Zu Ur-Omas Zeiten hat man sein Butterschmalz einfach selbst hergestellt …

So geht’s:

Für 750 Gramm Butterschmalz bzw. Ghee brauchst du beim Selbermachen ca. 1 Kilogramm Butter, für ein Glas mit 250 Gramm Butterschmalz (oder Ghee) brauchst du ca. 330 g Butter …

Wir machen in unserem Beispiel ein Einweckglas (das übliche Marmeladen-Einweckglas) oder ein anderes SAUBERES Konservenglas mit Deckel mit ca. 250 g Fassungsvermögen:

Dazu brauchst du

  • Einen kleinen Topf zum Erhitzen der Butter
  • Ein feines METALLsieb
  • Ein sauberes zweites Gefäß (oder bei einem kleinen Sieb direkt das Einweckglas)
  • Ein Papierküchentuch
  • Einen Schöpflöffel
  • 350 g Süßrahm- oder Sauerrahmbutter (kleiner Geschmacksunterschied)

Nun erhitzt du die Butter im Topf bei geringer bis mittlerer Hitze LANGSAM. Die Butter darf dabei maximal leicht goldgelb  werden, NICHT BRAUN; auf keinen Fall anbrennen! Durch das Erhitzen gerinnt das Eiweiß, das sich unten im Topf als Bodensatz, der leicht hellbraun werden darf, und oben aufschwimmend als „Schaum“ absetzt. Den Schaum in ein anderes Gefäß abschöpfen.

Das Küchenpapier/ Küchentuch in den Sieb legen und die klare Butter nun vorsichtig in das saubere Weckglas oder Konservenglas oder in den zweiten Topf (aus dem dann in das oder die Gläser umgefüllt wird) abgießen. Der Bodensatz bleibt im Topf bzw. wird durch das Sieb aufgefangen.

Früher hat man den Bodensatz und den Schaum gerne noch kurz danach als Ergänzung für Kartoffelgerichte verwendet … ich mag das geronnene Eiweiß nicht und schütte es weg.

Butterschmalz/ Ghee abkühlen und aushärten lassen, dann mit Deckel verschließen. Dein selbstgemachtes Butterschmalz bzw. Ghee ist sowohl in als auch außerhalb des Kühlschrank VERSCHLOSSEN lange haltbar und sicher noch besser und gesünder als das fertig gekaufte.

 

Viel Spaß!

Euer/ dein

Signatur_Bild
„man at home“

Robert

8 replies »

    • @Carmen: Ja, deshalb ist auch der Preis exotischer. Ich halte mich ja schon für informiert und gehe mit offenen Augen durch den Supermarkt. Aber hier wird es wirklich offensichtlich, womit Geld verdient wird. Zudem gibt es jede Menge Ghee in den Märkten, die (seltsam anmutende) „Bio“-Siegel tragen oder wirklich direkt aus Indien oder sonst woher über die Niederlande eingeführt werden usw. Da will ich gar nicht wissen, was da als Rohmaterial verwendet wurde! Das Zeug ist aber keineswegs billiger! Wer also behauptet, dass Ghee „ganz was anderes als Butterschmalz“ ist, wie ich das gerade in einem online-Shop-Kommentar gelesen habe, der will einfach beschissen werden 😉 Da mach ich mir meine Sachen selbst und weiß, was ich habe …

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  1. March 21, 2012I, obviously, completely agree! I’m both excited and scared of the end both because it is likely to be quite dark and because of what it is, the end! Mass Effect has easily been one of the best stoe-ytrlling vehicles to come out in many years. I don’t want it to end! Thus, I am shooting a-holes on random Modern Warfare 3 servers for a bit, to stave off the inevitable just a little longer.

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