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Rezept: Miso-Suppe mit Rinderfilet

Augsburg an einem viel zu kalten und verregneten Frühjahrstag. Da komme sogar ich als „Suppenkasper“ auf die Idee, in die Küche zu gehen und in seiner (Achtung Wortspiel!) „Augsburger Suppenkiste“ zu wühlen. Nur wenige Minuten vom (bei sonnigem Wetter) wunderschönen Japangarten im Botanischen Garten Augsburg entfernt, am Rande einer Stadt, die sich gleich zwei japanische Partnerstädte gönnt, und 10 Tage vor dem großen Japanischen Frühlingsfest hier in Augsburg: Was liegt da näher, als eine japanische Suppe zu kochen!?

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Eine große Schale Miso-Suppe mit Nudeln und Rinderfilet genügt als Hauptspeise, geht schnell und ist eine Abwechslung und ein trotzdem leichter und gut verträglicher Genuß – eigentlich egal wie das Wetter ist!

Miso ist eine Soja-Gewürzpaste und wird in der Regel für Suppen verwendet. Ich kaufe eine fertige Miso-Paste im Asia-Lebensmittelmarkt.

=> Solltest du keine Einkaufsmöglichkeit vor Ort haben: Am Ende des Beitrags findest du direkte links und Bestellmöglichkeiten für die japanischen Zutaten!

Idealerweise marinierst du das Fleisch schon einige Stunden vorher. Es geht aber auch ohne „Vorlaufzeit“. Die Suppe geht dann innerhalb weniger Minuten zu machen!

Du brauchst:

  • Einen nicht allzu großen Topf um Nudeln und Suppe zu kochen
  • Einen Kochlöffel
  • Ein scharfes Fleischmesser
  • Ein Gemüsemesser
  • Einen Esslöffel, Teelöffel
  • evtl. eine Reibe für Schokoladenabrieb
  • Eine kleine Schüssel mit Deckel zum Marinieren
  • Eine mittelgroße Pfanne
  • Ein Sieb zum Nudeln abgießen
  • Ein kleines Schüsselchen/ Müslischüssel
  • Zwei größere Müsli- oder Suppenschüsseln zum Servieren
  • 2 Essstäbchen pro Person oder Suppenlöffel 😉

Menge:

Meiner Frau und mir genügen in der Regel je eine volle, große (Müsli-)Schüssel Suppe als Hauptgang. Von der Suppe kannst du ja auch problemlos mehr vorbereiten und z.B. bei großem Hunger, wenn du und deine Gäste gerade vom Jagen und Sammeln kommen sollten, einen Baum gepflanzt, einen Bär erlegt oder ein Haus gebaut haben, oder bei „guten Essern“ einfach zwei Schüsseln pro Person, also die doppelte Menge Zutaten, einplanen!
Falls du mehr Zutaten vorbereitest und diese übrig bleiben: Einfach in den Kühlschrank stellen. Eine kleine Vorspeisen-Suppe ist ja auch am nächsten oder übernächsten Tag mit den Resten schnell gemacht …

Zutaten für ZWEI Personen:

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  • Wasser für ausreichend Suppe. Für meine beiden Müslischüsseln benötige ich insgesamt etwa 0,5 Liter.
  • eine kleine aber dickere Scheibe RINDERFILET, ca. 80 g für zwei Personen. Nimm eine erstklassige Qualität, gut abgehangen!
  • Eine kleine Lauchstange
  • ein paar Röhrchen Frühlingszwiebeln
  • (helle) Sojasauce
  • Mirin
  • zwei Zehen Knoblauch
  • 2 Esslöffel getrocknete Wakame (Suppen-Algen) Arche Instant Wakame, 50 g
  • 1 Beutelchen (ca. 4 – 6 g) Dashi-Brühe (Fertiggewürz). Es gibt eine „Fisch-Dashi“ und eine „Gemüse-Dashi“. Ich nehme diese Dashi-Brühe: 48g Dashino Moto Würzpulver (Dashi) für Sushi, Miso Suppen
  • 2 gehäufte Esslöffel helle MISO-Paste: Ich nehme diese Miso-Paste
  • 1 Messerspitze Chiliflocken oder scharfes Chilipulver
  • einen Teelöffel braunen Zucker oder 1 Teelöffel Abrieb von einer Tafel Schokolade oder Kuvertüre
  • 80 g UDON-Nudeln, ich habe für diese Suppe KOREANISCHE Nudeln genommen. Diese werden nicht so voluminös wie die japanischen Udon-Nudeln, die ich sonst verwende. Hakubaku – Udon Noodles – 270g
  • Ein paar Tropfen Sesam und Sonnenblumenöl

So geht’s

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Das Rinderfilet schneidest du in ganz dünne Scheiben. Es soll dann ja praktisch „auf der Zunge zergehen“, darum brauchst du auch eine ganz tolle Qualität, damit das Spaß macht …

Knoblauch in dünne Scheiben schneiden.

In die Schüssel mit Deckel zum Marinieren gibst du ausreichend (genug, um das Fleisch darin einlegen zu können! Es dürfen ein paar Esslöffel bis zu zwei oder drei Schnapsgläser voll genügen) Sojasauce und einen guten Schuss Mirin. Dazu gibst du den in dünne Scheiben geschnitten Knoblauch und den gemahlenen Chili bzw. die zerriebenen Chiliflocken. Gut vermischen. Dann gibst du das fein geschnitte Rinderfilet dazu und vermischst es. Idealerweise lässt du es mehrere Stunden marinieren.

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Den Lauch und die Frühlingszwiebeln von der äußeren Hautschicht befreien, grünes Ende und den Anfang entfernen. Wir brauchen nur den hellen, knackigen Teil. In dünne Ringe schneiden. 

Pfanne erhitzen und Lauch und Zwiebelringe in wenigen Tropfen Sesamöl kurz anbraten. Sie sollen nur etwas weicher werden, nicht anbräunen. Dazu brauchst du kaum Öl. Auf einem Teller zur Seite stellen.

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Die getrockneten Wakameblätter gibst du in ein kleines Schüsselchen. Bedenke, dass die Wakame auf ein mehrfaches Aufgehen werden!

Im Topf erhitzt du ausreichend Wasser. In das KOCHENDE Wasser gibst du die Nudeln und nimmst dann den Topf von der Herdplatte bzw. schaltest auf geringe Temperatur zurück und lässt die Nudeln nach Anleitung gar ziehen. Meine Nudeln brauchen 2 Minuten. Mit einem Teil des Nudelwassers übergießt du die Wakame und lässt sie 3 Minuten ziehen. Die Nudeln durch das Sieb abgießen und unter dem Wasserhahn kurz kalt abschrecken. Gut abtropfen lassen. Beiseite stellen. Du kannst die Nudeln auch direkt in die Essschüsseln verteilen.

Die eingeweichten, gebrühten Wakame durch das Sieb abgießen. Wakame beiseite stellen bzw. direkt zu den Nudeln in den Essschüsseln verteilen.

Im Topf Wasser für die Suppe erhitzen und die DASHI-Gewürzmischung dazugeben und kurz aufkochen lassen. Temperatur zurückschalten. Dann die MISO-Paste in die Dashibrühe einrühren. Die Misopaste soll NICHT kochen! Gib nun die geriebene Schokolade oder den Zucker dazu. Einrühren und die Suppe ziehen lassen, bis du anrichten kannst.
Anmerkung: MISO ist eine Sojapaste – und riecht wie bitterer Hopfen oder Biersud/ Biertreber. Also im ersten Moment nicht soooo sehr angenehm … schmeckt aber richtig gut! Vorausgesetzt, du kochst das Ganze nicht, sondern lässt es nur ziehen. Die Schokolode bzw. der Zucker binden den etwas bitteren Geschmack und machen die Dashi-Miso-Mischung geschmacklich mild und „rund“.

Während die Suppe „zieht“, machst du die Pfanne mit ein paar Tropfen vom Sonnenblumen- und Sesamöl darin heiß. Dann gibst du das Fleisch – ruhig nass von der Marinade – in die Pfanne. Kurz anbraten. Knoblauch aus der Marinade dazugeben und das Fleisch mit dem Bratenwender in der Pfanne durchmischen. Das dauert nur zwei Minuten. Das Fleisch muss nicht anbraten, denn du willst es ja zart und saftig haben! Nun löschst das Fleisch in der Pfanne mit der restlichen Marinade ab. Kurz durchschwenken. Fertig.

NICHT SALZEN! Die Sojamarinade ist salzig genug!

Das Fleisch verteilst du in die Suppenschüsseln auf die Nudeln und Wakame.

Die restliche Marinade aus der Pfanne gibst du in den heißen Suppentopf. Durchrühren.

Nun gibst du noch Lauch und Frühlingszwiebeln in die Suppenschüsseln und füllst die Schüsseln mit der heißen Brühe auf. 


Viel Spaß und Guten Appetit!     –       
お食事をお楽しみ下さい

Ach ja: Natürlich darf die Suppe mit Stäbchen gegessen, dabei „gesaut“ und die Nudeln geschlürft werden. Die Suppe darf natürlich auch aus der Tasse/ Schüssel getrunken werden. Nur an der Geräuschkulisse beim Suppe schlürfen erkennst du, ob deinen Gästen die Miso-Suppe geschmeckt hat 😉 

Euer/ dein

Signatur_Bild
„man at home“

Robert

 

Bestell-Links für Zutaten:

 

4 replies »

  1. Zur Zeit ist leider wirklich Suppenwetter! Auch wenn ich Suppen sehr liebe, vor allem mit Nudeln, aber auch die klassischen Bohneneintöpfe oder Kartoffel-Möhren Eintöpfe ist mir gerade eher nach Eis 😀 hoffentlich beginnt die Zeit dafür bald…
    Und die Garten Zeit, wo man Erdbeeren und Brombeeren aus dem Garten essen kann, darauf freue ich mich auch schon riesig 🙂

    Liebe Grüße
    Pauline 🙂

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      • Echt? Wie cool! Da kostet der Kilo sicher auch noch 100€ und die sind mit extra Heizungen gewachsen, aber immerhin wird es langsam!
        Ja bei mir gibt es auch schon Eis 😀 wie auch den ganzen Winter über. Eis geht immer! 😀

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  2. @ Pauline: Bei uns gibt es ganz viele Erdbeerfelder zum Selbstpflücken. Die Erdbeerbauern bieten – genauso wie die Spargelanbauer – dann auch zusätzlich bereits gepflückte Erdbeeren an Verkaufsständen überall in der Stadt, teils am Feldrand usw. an. Dass die Erdbeeren (wie auch der erste Spargel) zum Teil unter Folie wachsen, dürfte unstrittig sein. Man muss halt ein bisschen warten, dann gibt es die nach den ersten netten Sonnentagen auch „pflückfrisch“ … Und viiiiel besser als die irgendwoher beschafften Beeren im Super- und/ oder Bio-Markt. Und meist gar nicht so teuer. Zum Marmelade machen kannst du dir in großen Mengen gönnen 😉

    Gefällt 1 Person

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