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Naan – indisches Fladenbrot

Naan ist ein indisches Fladenbrot aus Hefe. Nicht zu verwechseln mit „Chapati“! Naan ist fluffig-leicht und für mich ist es eigentlich UNVERZICHTBAR zu einem indischen Essen 🙂  

Man kann Naan wunderbar vorbereiten und auch mit ganz wenig Hefe (für alle die hefe-sensibel sind) am Tag vorher vorbereiten. Dann brauchst du für die Mehlmenge nicht mal ein viertel Gramm, also eine winzige Kugel, Hefe. Wenn dich das interessiert und du genügend „Volaufzeit“ hast, dann lies dazu mehr in meinen Brotrezepten und in meinem Beitrag „Mythos Hefeteig“.

Ich mache – anders als für „herkömmliches“ Brot – für Naan einen schnellen Hefeteig mit viel Hefe, weil ich hier den Hefegeschmack will und das Fladenbrot für mich ganz persönlich ein Rezept ist, das ich „schnell mal so nebenbei“ mache, wenn ich Brot zum Curry oder anderen indischen Gerichten brauche. 


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Für ein indisches Fladenbrot brauchst du:

  • 1 elektrisches Handrührgerät mit Knethaken
  • 1 Rührschüssel
  • 1 keines Schüsselchen oder eine kleine Tasse
  • Ein Nudelholz zum Ausrollen
  • ein sauberes Küchentuch zum Zudecken des Teigs
  • einen ausreichend großen Teller, etwas Frischhaltefolie, um die Rührschüssel zuzudecken
  • eine Teigkarte
  • eine große BESCHICHTETE Pfanne – Größe je nach gewünschter Größe des Fladenbrots
  • ggf. VORGEWÄRMTEN Teller oder Brotkorb zum Servieren

Zutaten für vier – fünf große Fladenbrote:

  • 250 g Mehl (405 oder 550er)
  • 1 Ei
  • Salz
  • 1/4 Würfel (ca. 10 g) Frischhefe
  • 3 Esslöffel Joghurt
  • 0,1 l gut handwarmes Wasser für Hefe
  • etwas Mehl zum Nachkneten, Formen und Ausrollen der Fladen

=> Wie gesagt: Wenn du mehr über Hefeteig und den Mythen dazu wissen willst, lies meinen Beitrag Angemerkt! – Mythos Hefeteig. Mein Wort zum Teigmachen 😉

oder mache einfach nach Rezept weiter … 

Gleich vorab: 

  1. Mit 550er-Mehl wird der Teig schöner, lässt sich besser verarbeiten
  2. Man muss Hefeteig nicht wie ein Irrer bis zur Erschöpfung kneten und walgen. Deshalb geht er auch nicht besser auf. Im Gegenteil. Wenn du den Teig überknetest hast du dir Mühe umsonst gemacht, weil du den Sauerstoff, den die Hefe so dringend benötigt, herausknetest. Denn das ist der Grund, warum Teig oft nicht geht …
  3. Lass den Hefeteig in Ruhe in der Küche oder neben dem Heizkörper bei leicht überschlagener Raumtemperatur in Ruhe gehen. Dann ist das in einer Stunde ohne irgendwelcher besonderen Hefe-Plastik-Wunder-Schmarrn-und-Krempel-Schüsseln und ohne warmes Wasserbad und ohne Aufwand erledigt
  4. DECK DEN TEIG IN DER RÜHRSCHÜSSEL VERNÜNFTIG ZU. Die Wärme und Feuchtigkeit freut die Hefepilze und der Teig funktioniert dann auch. Folie über die Schüssel, Teller zum Beschweren drauf. Fertig.

So geht’s

In ein kleines Schüsselchen bröselst du die Hefe.

In eine Tasse füllst du ca. 0,1 Liter gut HANDWARMES Wasser. Es darf nicht zu heiß sein. Ideal ist es, wenn du eine Wassertemperatur hast, mit der du dir gut die Hände waschen könntest.

Nun gibst du ein paar Esslöffel des warmen Wassers zur Hefe, verrührst die Hefe, so dass du ein „Hefewasser“ hast und stellst das Ganze ein paar Minuten zur Seite.

In die Rührschüssel gibst du das Mehl, das Salz, das Ei, den Joghurt. 

Kurz mit einem Löffel oder der Teigkarte durchmengen.

Jetzt gibst du das Wasser und ganz zum Schluss die Hefe dazu.

Siehe Fotos oben:  Mit dem Rührgerät (Knethaken!) schlägst du nun den Teig in der Schüssel bei maximaler Leistung schnell ab, bis er Blasen wirft und sich von der Schüsselwand löst und knetest ihn direkt mit dem Rührgerät zur Kugel 😉   Bei mir dauert maximal dreißig Sekunden … Kurs „Hefeteig machen“ kann gerne bei mir angefragt werden 😉 

(Fotos oben: Teig zugedeckt gehen lassen …)Dann deckst du über die Rührschüssel eine Frischhaltefolie, damit die ganz dicht ist und legst einen Teller drauf. An einem angenehm warmen Ort lässt du nun den Teig einfach in Ruhe eine Stunde gehen.

Nach einer Stunde gibst du etwas Mehl auf deine Arbeitsfläche und kippst den Teig aus der Rührschüssel auf die gemehlte Arbeitsplatte. Nun nimmst du deine Hände und die Teigkarte und knetest den Teig mithilfe des Mehls auf der Arbeitsplatte von außen nach innen zu einer Teigkugel. So bekommt der relativ feuchte Teig noch etwas Mehl ab, klebt dir nicht an der Arbeitsplatte fest und du knetest Luft IN den Teig, statt heraus.

Ich lasse den Teig dann noch kurz unter einem Tuch oder einer Schüssel gehen …

Den Teig unterteilst du dann in kleine Kugeln, je nachdem wie groß deine Naan-Fladen werden sollen bzw. deine Pfanne ist. Meine Fladen haben je nach Pfanne dann einen Durchmesser von zumindest 15 – 20 cm.

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Die vorgeformten Teigkugeln noch einmal mit einem sauberen Küchentuch zudecken Ruhen lassen, bis du sie kurz vor dem Servieren frisch in der Pfanne bäckst. Das geht dann so:

Du erhitzt die Pfanne OHNE ÖL und OHNE FETT. Die Pfanne muss richtig heiß werden. Ich nehme eine beschichtete Pfanne, die auch hohe Temperaturen aushält und erhitze sie bei zweidrittel der Herdplatten-Maximalleistung. Bedenke, dass das manche Keramik-Edelpfannen nicht so gerne mögen, wenn du sie ohne Fett erhitzt. Vielleicht nimmst du nicht gerade die wertvollste Designerpfanne dafür  …  Aber: In Indien hat man einen Lehmofen dafür … du musst das mit der Pfanne hinbekommen 😉 Also wird improvisiert … Pfanne hin oder her …

Während die Pfanne heiß wird, machst du aus der ersten Teigkugel auf leicht bemehltem Untergrund von der Mitte nah außen rollend mit dem Nudelholz (einen) gut  3 bis 5 Millimeter dünne(n) Fladen in Pfannengröße.

Nun ist wichtig, dass du ganz schnell die Fladen bei der richtigen Hitze bäckst, damit sie nicht hart und trocken werden. Deshalb nimmst du auch kein Fett in die Pfanne. Auf indischen Lehmöfen wird auch kein Fett verwendet … Du willst die Fladen ja BACKEN, nicht fritieren. Die werden dir mit Fett nur vollgesaugt und/oder trocken-knackig …

Den Fladen gibst du in die heiße Pfanne. Der Teig geht nun sofort etwas hoch und du bekommst ein „fluffiges“ Brot. Nicht zu lange in der Pfanne lassen. Sobald der Teig sich von der Pfanne löst – du kannst das Fladenbrot dann in der Pfanne bewegen, ohne dass es klebt – und auf der Pfannenseite leicht goldgelb ist, WENDEN. Das dauert vielleicht 15 bis 20 SEKUNDEN, dann die zweite Seite machen. 

Währenddessen rollst du schon das nächste Brot aus …. usw.

Das Brot nicht zu lange in der Pfanne lassen. Du machst ja noch weitere Brote und in der Zwischenzeit garen die Fladenbrote noch etwas nach … 

Das jeweils fertigen Fladen gebe ich in ein sauberes Tuch eingeschlagen (zum Warmhalten!) in einen Brotkorb oder auf einen vorgewärmten Teller bis alle fertig Brote fertig sind und serviere sie dann auch so. 

VARIATION:
Wenn du das Naan mit Butter oder Knoblauchbutter bestrichen haben willst, NICHT in der Pfanne in Fett herausbraten, sondern erst die fertigen Brote in einer zweiten Pfanne kurz schwenken oder einfach nur auf der Oberseite bestreichen. 

Viel Spaß und Guten Appetit!

Euer/ dein

Signatur_Bild
„man at home“

Robert

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